Ein Falke folgt auf die Taube

Frank Herrmann

Von Frank Herrmann (AFP)

Mi, 14. März 2018

Ausland

IM PROFIL: Mike Pompeo wird neuer US-Außenminister.

WASHINGTON. Mit dem Abgang von Außenminister Rex Tillerson wird die Fraktion der Moderaten in der US-Regierung weiter geschwächt. Zum neuen Außenminister ernannte Donald Trump den bisherigen CIA-Direktor Mike Pompeo, einen Hardliner. Pompeo, der Neue an der Spitze des State Department, erfreut sich besten Einvernehmens mit Trump, zumal er praktisch täglich mit ihm spricht.

An fast jedem Wochentag trägt der bisherige CIA-Direktor beim morgendlichen Geheimdienstbriefing vor, wie seine Analytiker die Weltlage sehen. Mit seinem selten von Selbstzweifeln geplagten Stil soll er den Präsidenten so beeindruckt haben, dass der schon seit Längerem mit dem Gedanken spielte, ihn zu befördern.

Pompeo war 2010 auf der Welle der Tea-Party-Rebellion in den Kongress gewählt worden: ein Hardliner aus Kansas, der Waterboarding nicht als Foltermethode einstufen wollte. Was den Atomdeal mit Iran angeht, so zählt er zum Lager der Skeptiker. Kurz nach Trumps Wahlsieg jubelte Pompeo, er freue sich darauf, den "desaströsen Deal mit dem schlimmsten staatlichen Sponsor des Terrorismus auszubremsen". Pompeo ist ein vielseitiger Mann. Der 54-Jährige machte einen Ingenieursabschluss an der Militärakademie West Point und diente fünf Jahre lang als Heeresoffizier. Im Kriegseinsatz war er allerdings nicht. Danach absolvierte Pompeo ein Jurastudium an der Eliteuni Harvard und stieg bei einer Anwaltskanzlei ein.