Ein machtvoller Faktor in der Region

dpa

Von dpa

Di, 02. Januar 2018

Ausland

Der Iran wird von seinen Nachbarn misstrauisch beäugt, weil das Regime eine schiitische Achse bis zum Mittelmeer vorantreiben will.

Die Islamische Republik mit rund 80 Millionen Einwohnern ist ein machtvoller Faktor in der Region und sorgt regelmäßig für Schlagzeilen in der Weltpolitik.

Welche geopolitische Rolle
spielt der Iran?

Nach den Umbrüchen in der Arabischen Welt 2011 ist die Region immer mehr zersplittert, ein Machtkampf um Einfluss in den verschiedenen Krisenländern ist entbrannt. Das sunnitische Saudi-Arabien und der schiitische Iran treten dabei als einflussreichste und zutiefst verfeindete Gegenspieler auf. Saudi-Arabien versucht, den wachsenden Einfluss des Irans in der arabischen Welt zurückzudrängen. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hat Irans obersten Führer Ajatollah Ali Khamenei sogar als "neuen Hitler des Nahen Ostens" bezeichnet.

Wer sind die Verbündeten Teherans?

Dem Iran wird vorgeworfen, eine schiitische Achse vom Iran über den Irak, Syrien und den Libanon bis ans Mittelmeer voranzutreiben. Im Libanon unterstützt der Iran die islamistische Hisbollah. Im Nachbarland Syrien ist die Hisbollah ebenfalls aktiv, als enger Verbündeter von Staatspräsident Baschar al-Assad. Ebenso soll der Iran die schiitischen Huthi-Milizen im Jemen unterstützen, die den Norden des Landes und die Hauptstadt Sanaa besetzt halten. Auch das Golf-Emirat Katar lebt von den guten Beziehungen zum Iran; die Länder teilen sich ein riesiges Gasfeld. Seit dem Sommer hat Saudi-Arabien eine Blockade gegen Katar verhängt.

Wie steht es um den Atom-Deal
Teherans mit dem Westen?

Im Juli 2015 schloss der Iran in Wien mit den UN-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und England sowie Deutschland ein Atomabkommen. Teheran verzichtete in der Folge auf die Entwicklung von Nuklearwaffen. Im Gegenzug wurden Sanktionen aufgehoben. US-Präsident Donald Trump hatte das Abkommen wiederholt als schlechten Deal bezeichnet. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) bescheinigte Teheran hingegen mehrfach, sich an die Abmachungen zu halten. Das Weiße Haus hat den US-Kongress jedoch aufgefordert, ein bestehendes Gesetz um weitere Sanktionsmechanismen zu erweitern, so dass neben dem Umgang mit nuklearem Material auch Terrorunterstützung oder das Raketenprogramm eine Wiederaufnahme der Sanktionen rechtfertigen könnten. Zu Deutschland unterhält der Iran seit 1952 diplomatische Beziehungen.