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25. November 2008

HINTERGRUND

Weibliche
Genitalverstümmelung

Bei der weiblichen Genitalverstümmelung (international: FGM) wird die Klitoris ganz oder teilweise amputiert. Teilweise werden zusätzlich die inneren Schamlippen ganz oder teilweise herausgeschnitten. Nach Schätzungen der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes sind weltweit mehr als 150 Millionen Mädchen und Frauen betroffen. Jeden Tag kommen demnach 8000 Mädchen hinzu. Die Eingriffe werden auch in Deutschland illegal vorgenommen, doch werden auch Mädchen in die Heimatländer der Eltern gebracht und dort beschnitten. Laut Terre des Femmes sind hierzulande 4000 Mädchen von Beschneidung bedroht.

Genitalverstümmelung wird vor allem in 28 afrikanischen Ländern praktiziert (im Gürtel von Somalia, Sudan und Äthiopien in Ostafrika bis Mali, Guinea und Elfenbeinküste im Westen). Sie kommt aber auch im Süden der arabischen Halbinsel (Vereinigte Arabische Emirate, Oman, Jemen) und in Teilen Asiens (Indonesien, Malaysia, Indien) vor. Je nach Kultur wird der Eingriff unterschiedlich begründet.

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Im Fall Äthiopien sind laut einer Studie von Unicef für das Jahr 2004 landesweit 74 Prozent der Frauen betroffen. Jedoch gebe es inzwischen Landesteile und ethnische Gruppen, in denen die Genitalverstümmelung nicht mehr vorkomme. In anderen Provinzen liegt die Quote bei unter 30 Prozent. Seitdem in Äthiopien die Beschneidung unter Strafe steht, sinken die Zahlen. Aber genaue Zahlen sind schwer zu ermitteln, weil eine gynäkologische Untersuchung erforderlich ist.

Heute findet im Bundestag eine Anhörung zu einem Nationalen Aktionsplan gegen Genitalverstümmelung statt. Die Europäische Union verlangt einen solchen Aktionsplan von ihren Mitgliedsstaaten.

Autor: fs