HINTERGRUND

AFP

Von AFP

Di, 11. September 2018

Ausland

UNO befürchtet eine Katastrophe

In der syrischen Provinz Idlib sind nach UN-Angaben bereits mehr als 30 000 Menschen durch die Angriffe der syrischen Regierungstruppen und der russischen Luftwaffe zur Flucht gezwungen worden. "Wir sind zutiefst beunruhigt über die jüngste Eskalation der Gewalt", sagte der Sprecher des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (Ocha), David Swanson, am Montag. Der Leiter der UN-Hilfseinsätze, Mark Lowcock, warnte eindringlich vor einer Großoffensive auf die letzte syrische Rebellenbastion. Ein Großangriff auf Idlib könnte zur "schlimmsten humanitären Katastrophe mit den größten Verlusten an Menschenleben im 21. Jahrhundert" führen. Wegen der großen Zahl der Einwohner in Idlib und ihrer Verwundbarkeit sei die UNO "extrem alarmiert".

 Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat eine große Menge von Truppen am Rande von Idlib zusammengezogen. Die Provinz, in der rund 2,9 Millionen Menschen leben, wird vorwiegend von Dschihadisten und islamistischen Rebellen kontrolliert. Lowcock gab zwar zu, dass es eine große Zahl von teils radikalen Kämpfern in Idlib gebe, doch auf jeden Kämpfer kämen "hundert Zivilisten". Er versicherte, dass man rasch auf eine Fluchtwelle reagieren könne: "Wir bereiten uns aktiv auf die Möglichkeit vor, dass sich Zivilisten in riesiger Zahl in verschiedene Richtungen bewegen." Die UNO erwarte, dass rund 100 000 Zivilisten in Gebiete unter Kontrolle der Regierung fliehen und weitere 700 000 innerhalb Idlibs. Für die erste Woche einer Offensive stehe Essen für 850 000 Menschen bereit.