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KNA

Von KNA

Do, 07. Dezember 2017

Ausland

Zentrale Stadt Jerusalem

Jerusalem ist für die drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam eine zentrale Stadt. Für Juden ist Jerusalem die Stätte des Tempels und die Hauptstadt des alten Israel. Christen verbinden mit der Stadt den Kreuzestod und die Auferstehung Jesu. Muslime sehen in Jerusalem, das der Prophet Mohammed nach der Tradition in einem nächtlichen Himmelsritt aufsuchte, die drittwichtigste Heilige Stätte nach Mekka und Medina.
Ab dem ersten Jahrtausend vor Christus war Jerusalem Hauptstadt des alten Israel. Nach der christlich-byzantinischen Herrschaft im vierten Jahrhundert übernahmen die Perser im siebten Jahrhundert die Macht in Palästina. Seitdem gehörte Jerusalem – nur unterbrochen in der Kreuzfahrerzeit zwischen 1099 und 1187 – zum muslimischen Herrschaftsbereich. Die osmanische Zeit ab dem 16. Jahrhundert dauerte bis zum britischen Mandat, das der Völkerbund nach dem Ersten Weltkrieg 1920 erteilte.
  1947 beschloss die UNO eine Internationalisierung der Stadt. Dieser Status gilt völkerrechtlich bis heute, wird aber weder von Israelis noch von Palästinensern akzeptiert. Von 1948 bis 1967 war die Stadt zwischen Jordanien und Israel geteilt. Die Knesset, das israelische Parlament, erklärte Jerusalem 1980 zur "ewigen Hauptstadt Israels"; dieser Anspruch findet international kaum Rückhalt. Die Botschaften sind fast alle in Tel Aviv. Im immer wieder vertagten Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern seit 1993 ist die Frage nach dem endgültigen Status ein Schlüsselproblem und wird regelmäßig ausgeklammert.