HINTERGRUND

AFP

Von AFP

Fr, 07. Dezember 2018

Ausland

Der Krieg im Jemen

Im Jemen gibt es seit 2014 Krieg zwischen schiitischen Rebellen und regierungstreuen Gruppen. Die Situation eskalierte, als eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition eingriff.



» Aufstand in Sanaa: Im Juli 2014 starten die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen von ihrer Hochburg Saada im Norden des Landes eine Offensive. Im September marschieren sie in die Hauptstadt Sanaa ein. Im Oktober erobern die Huthis den Hafen in Hodeida am Roten Meer. Im Januar 2015 besetzen die Rebellen den Präsidentenpalast in Sanaa und umzingeln den Wohnsitz des neuen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi, der nach Aden flieht.

Arabische Allianz greift ein: Eine militärische Allianz unter der Führung von Irans Rivalen Saudi-Arabien tritt im März 2015 in den Konflikt ein und startet Luftangriffe, um das Vorankommen der Rebellen in Richtung Süden zu verhindern. Als die Rebellen der Provinz Aden näherkommen, flieht Präsident Hadi nach Saudi-Arabien. Im Juli verkündet die jemenitische Regierung die "Befreiung" der Provinz Aden. Bis Mitte August gelingt es den Streitkräften der Regierung, fünf Provinzen zurückzuerobern. Im Oktober erlangen die Regierungstruppen die Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandeb zurück, die für den Seehandel von Bedeutung ist.

» Kampf um Hodeida: Um die strategisch wichtige Hafenstadt Hodeida zurückzuerobern, starten die Regierungstruppen im Juni 2018 eine Offensive. Sie nehmen den Flughafen ein, verzichten aber auf ein weiteres Vordringen, um Verhandlungen zu ermöglichen. Zum ersten Mal, nach etwa zwei Jahren Krieg, sollen im September in Genf Friedensgespräche stattfinden. Die Huthis bleiben den Verhandlungen fern. Die Gewalt eskaliert erneut: Im November werden bei Luftangriffen auf Hodeida und Kämpfen 600 Menschen getötet, die meisten Kämpfer.

Eine der größten humanitären Katastrophen: Seit Beginn des Konflikts im Jemen wurden nach UN-Angaben fast 10 000 Menschen getötet und mehr als 56 000 verletzt. Laut UNO sind derzeit 14 Millionen Menschen von einer Hungersnot bedroht. Laut der Hilfsorganisation Save the Children sind zwischen April 2015 und Oktober 2018 etwa 85 000 Kinder verhungert oder an damit einhergehenden Krankheiten gestorben.