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31. Juli 2010
Kinder spielen mit Blindgängern aus dem Vietnamkrieg
In vielen Ländern der Erde liegen nicht gezündete Sprengbomben herum – besonders viele in Laos.
Gleich nach Gastgeberland Norwegen unterzeichnete am 2. Dezember 2008 der Botschafter von Laos die Konvention zum Verbot von Streubomben- und munition. Denn kein Land der Erde ist stärker von diesen heimtückischen und grausamen Waffen betroffen als der kleine, zwischen Vietnam, Thailand, Kambodscha und China gelegene Sechs-Millionen-Einwohner-Staat in Südostasien.
Die USA warfen im Vietnamkrieg zwischen 1964 und 1973 etwa 414 000 Streubomben mit über 260 Millionen Sprengsätzen auf Laos ab, um die Versorgung ihrer Kriegsgegner in Vietnam – der kommunistischen Vietkong – über den durch Laos und Kambodscha verlaufenden Ho-Chi-Minh-Pfad zu stoppen.
Über ein Drittel der Sprengsätze ist bis heute nicht explodiert. Zum Schutz der Bevölkerung sind weite Teile von Laos zum Sperrgebiet erklärt – zum Teil seit über 30 Jahren. Weil diese Sperrgebiete nicht landwirtschaftlich genutzt werden können, muss Laos Nahrungsmittel zur Versorgung der eigenen Bevölkerung importieren. Doch trotz dieser Sperrmaßnahmen wurden im vergangenen Jahr immer noch über 300 Menschen in Laos durch explodierende Blindgänger getötet oder verstümmelt. Es waren zumeist Kinder und Jugendliche, die ahnungslos mit den Blindgängern spielen oder sie aufsammeln, um mit dem Verkauf der Metallteile ein paar Cent zu verdienen. Laos ist ein sehr armes Land. Das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner liegt bei etwa 580 Euro. In Deutschland sind es 27 000 Euro.
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Für die Räumung der Streumunition und die Opferhilfe organisiert sich in Laos sehr stark die auf die Durchsetzung der Rechte von Behinderten spezialisierte Organisation Handicap International.
Experten der Organisation helfen bei der individuellen Entschärfung eines Blindgängers an einer bestimmten Stelle und bei der systematischen Säuberung eines bestimmten Gebiets von Streumunition.
Von Handicap International ausgebildete freiwillige Helfer klären die Dorfbewohner über die Gefahren der Blindgänger auf und suchen gemeinsam mit ihnen nach alltagstauglichen Lösungen zur Vermeidung von Unfällen.
Darüber hinaus fördert und unterstützt die Organisation Rehabilitationsprojekte auf dem Land, um den dort lebenden verstümmelten Opfern von Streumunition den Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung zu sichern sowie die Integration der Betroffenen in ihre Gemeinden zu verbessern. In einem neuen Projekt besuchen Teams von Ärzten, Krankenschwestern, Orthopädietechnikern und Physiotherapeuten seit einiger Zeit die Dörfer, um bedürftigen Menschen direkt beistehen zu können.
Die Arbeit von Handicap International und anderen Organisationen in Laos zeigt Wirkung. Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der jährlich durch Streumunition getöteten und verstümmelten Menschen deutlich zurückgegangen.
Autor: Andreas Zumach
