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20. Juli 2012

"Lächerlich und effekthaschend"

ANSCHLAG I: Der Iran weist die Vorwürfe zurück.

LIMASSOL/TEHERAN. Die iranische Regierung hat – wie erwartet – jegliche Beteiligung an dem Selbstmordattentat auf israelische Touristen in Bulgarien bestritten. Anschläge auf unschuldige Zivilisten seien unmenschlich, sagte der Sprecher des Teheraner Außenministeriums, Ramin Mehmanparast, am Donnerstag dem Nachrichtenportal al-Alam. Die Anschuldigungen der israelischen Regierung seien politisch motiviert, behauptete ein Sprecher der iranischen Botschaft in Burgas. Das Teheraner Staatsfernsehen bezeichnete die Schuldzuweisungen Netanjahus als "lächerlich und effekthaschend".

Es sei viel zu früh, den Iran an den Pranger zu stellen, meinte auch der in Tel Aviv lebende Iran-Experte Meir Javedanfar. Auch Terrorgruppen wie al-Qaida, die vor zehn Jahren in Kenia ein israelisches Flugzeug abschießen wollten, könnten verantwortlich sein. Sollte sich aber eine iranische Täterschaft herausstellen, dann dürfte die Hochspannung in der Region weiter zunehmen, erwartet der aus dem Iran eingewanderte Israeli. Für Trita Parsi steht es dagegen weitgehend fest, dass der iranische Geheimdienst mit dem Anschlag in Burgas auf die israelischen Agenten angelasteten Morde von iranischen Atomphysikern reagierte. Der Chef des "Iranian-American Council" in Washington sieht das Attentat von Burgas als "Teil eines schmutzigen Krieges" zwischen Israel und dem Iran, der jetzt eskalieren könnte.

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Autor: Michael Wrase