Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

16. Juli 2012

Maulkorb für die Première Dame

Hollande rüffelt seine Familie.

  1. François Hollande Foto: afp

PARIS. Manchmal erledigen sich Affären von selbst. Man schweigt sie einfach tot. Das mochte auch Präsident François Hollande anlässlich der Twitter-Affäre seiner Partnerin Valérie Trierweiler angenommen haben. Sie hatte sich im Juni per Twitter in den Wahlkampf eingemischt und den Rivalen von Ségolène Royal unterstützt, der früheren Gefährtin Hollandes und Mutter gemeinsamer vier Kinder, die dort für die sozialistische Partei für die Nationalversammlung kandidierte. Doch der Schaden für das Ansehen Hollandes, den die Première Dame mit ihrer Kurzbotschaft angerichtet hatte, ließ sich so leicht nicht unter den Teppich kehren.

Nun hat sich Hollande sein Schweigen beendet. "Ich bin für eine strikte Trennung von Privatleben und öffentlichem Leben", sagte er in seinem TV-Interview zum französischen Nationalfeiertag. Er verlange von seinen Angehörigen, diese Trennung zu respektieren. "Familienangelegenheiten müssen privat geregelt werden." Die Erklärung war nötig geworden, nachdem sich Hollandes Sohn Thomas vergangene Woche im Magazin Le Point zu der Affäre geäußert hatte. Sein Vater sei über die vermutlich aus Eifersucht diktierte Twitter-Botschaft entsetzt gewesen, sagte der 27-jährige Rechtsanwalt. Er und seine Geschwister hätten beschlossen, nicht mehr mit ihr zu reden. Hollande stellte nun im Fernsehen klar, dass seine Freundin nur noch öffentlich an seiner Seite auftreten werde, wenn das Protokoll es verlange. "Das wird nicht oft sein." Trierweiler hat inzwischen Besserung gelobt. "Bevor ich wieder ein Tweet verschicke, werde ich meinen Daumen sieben mal umdrehen", sagte sie am Wochenende bei einem Besuch mit Hollande in Brest.

Werbung

Autor: Hans-Hagen Bremer