Merkel sagt UN Hilfe bei Flüchtlingen zu

dpa,kna

Von dpa & kna

Sa, 12. August 2017

Ausland

Seenotretter billigen Kodex.

ROM/BERLIN (KNA/dpa). Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt den Vorschlag, mehr Flüchtlinge als bisher geplant dauerhaft in der EU aufzunehmen. Sie zeigte sich am Freitag offen, die Zahl der europaweit zugesagten Plätze von 20 000 auf 40 000 zu verdoppeln. Dies sei eine Zahl, die "eine Europäische Union mit 500 Millionen Einwohnern wohl verkraften kann", sagte Merkel nach einem Treffen mit UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi und dem Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration (IOM), William Lacy Swing, in Berlin. Voraussetzung sei allerdings, die illegale Zuwanderung besser in den Griff zu bekommen. Für Deutschland versicherte Merkel, "dass wir bereit sind, unseren Teil zu tragen".

Italienische Kirche will sich nicht vereinnahmen lassen

Italiens Kirche verwahrt sich gegen eine Vereinnahmung in der Debatte um die Seenotrettung von Migranten auf dem Mittelmeer. Die Bischofskonferenz lasse sich nicht hineinziehen, um "maßgebende Lösungen zu diesem oder jenem Aspekt der Herausforderung Migration" zu geben, sagte deren Generalsekretär, Bischof Nunzio Galantino, der Zeitung Corriere della Sera. Am Donnerstag hatte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti, alle Seiten zu Verantwortung und Respekt der Gesetze aufgerufen und eine "Ethik der Verantwortung und des Respekts der Gesetze" angemahnt. "Gerade um die Interessen der Schwächsten zu vertreten", dürfe man nicht Gefahr laufen, "den Vorwand zu bieten, mit Menschenhändlern zusammenzuarbeiten". Einigen Medien und italienische Politiker legten Bassettis Äußerungen als Unterstützung der eher harten Linie von Innenminister Marco Minniti aus. Sie deuteten sie als indirekte Aufforderung an private Hilfsorganisationen, den von den italienischen Behörden vorgelegten Verhaltenskodex zur Seenotrettung von Migranten auf dem Mittelmeer zu unterzeichnen. Die meisten Hilfsorganisationen, so hieß es am Freitag, haben den Verhaltenskodex der italienischen Regierung inzwischen unterschrieben. Die Bedenken seien berücksichtigt worden, sagte Sophie Beau, Vizepräsidentin der Organisation SOS Méditerranée.