Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

18. August 2017

Barcelona

Mindestens zwölf Tote nach Terroranschlag

Polizei nimmt zwei Tatverdächtige fest / Lieferwagen raste auf Prachtstraße in Menschenmenge.

  1. Helfer kümmern sich nach dem Anschlag um eine Verletzte. Foto: dpa

BARCELONA (dpa/AFP/BZ). Durch einen Terroranschlag sind am späten Donnerstagnachmittag in Barcelona zwölf Menschen getötet und mehr als 80 verletzt worden. Auf der Prachtstraße Las Ramblas war ein Lieferwagen in eine Menschenmenge gerast. Wie die Polizei berichtete, waren die Fahrer geflohen. Wie Kataloniens Regierungschef Carles Puigdemont am späten Abend berichtete, wurden zwei Tatverdächtige gefasst, einer wurde als marokkanischer Staatsbürger identifiziert.

Die Behörden bestätigten am Abend, dass es sich um einen Terroranschlag gehandelt habe. Demnach war ein Lieferwagen im Zentrum der Stadt, auf der berühmten Flaniermeile Las Ramblas, in eine Passantengruppe gesteuert worden. Details zu den Hintergründen des Terrorakts waren zunächst unklar. Die IS-Terrormiliz hat aber laut ihrem Sprachrohr Amak den Anschlag für sich reklamiert: Einer "der Soldaten des Islamischen Staates" habe die Tat ausgeführt, hieß es im Internet unter Berufung auf nicht näher genannte Sicherheitsquellen.

Bei einem der Festgenommenen handelt es sich nach Medienberichten um einen Mann, der in einer Stadt nördlich von Barcelona gemeldet ist, laut Polizei ein vorbestrafter marokkanischer Staatsbürger. Er soll den Kleintransporter angemietet haben. Ein weiterer Verdächtiger wurde wenig später festgenommen, ein Dritter soll noch flüchtig sein. Die Zeitung La Vanguardia berichtete, dass dieser bei einer Schießerei mit der Polizei in einem Vorort von Barcelona getötet worden sei – das bestätigte die Polizei am Abend aber nicht.

Werbung


Augenzeugen berichten, der weiße Lieferwagen sei mit hohem Tempo auf die Promenade im Stadtzentrum gerast. Ein Tourist sagte, das Fahrzeug sei Zickzack gefahren, "um ein Maximum an Fußgängern zu erwischen". Berichten zufolge liefen Menschen panisch über die Straßen. Viele Menschen hätten geschrien und sich in Hauseingängen und Geschäften in Sicherheit gebracht. Ein deutscher Tourist sagte, es sei wie in einer "Kriegszone" gewesen. "Polizisten mit Maschinengewehren und Gewehren im Anschlag kamen in der Straße auf mich zugerannt." Die Geschäfte an der Flaniermeile hätten geschlossen und ihre Fensterläden heruntergelassen.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und forderte die Bevölkerung auf, die Region zu meiden. Die betroffene Gegend wurde weiträumig abgesperrt. Naheliegende U-Bahn-Stationen und andere öffentliche Verkehrsmittel seien geschlossen worden, hieß es.

Politiker weltweit reagierten geschockt und betroffen. Die Bundesregierung zeigte sich erschüttert. "In tiefer Trauer sind wir bei den Opfern des widerwärtigen Anschlags in Barcelona", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. US-Präsident Donald Trump sagte, man werde alles tun, was nötig sei, um zu helfen. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg äußerte: "Wir stehen vereint im Kampf gegen den Terrorismus."

Autor: dpa