Moskau warnt vor Wirtschaftskrieg

afp

Von afp

Sa, 11. August 2018

Ausland

Russland kündigt USA Vergeltung an / US-Strafen gegen Türkei.

MOSKAU (AFP/dpa). Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew hat die USA vor der "Erklärung eines Wirtschaftskrieges" gewarnt und für diesen Fall harte Vergeltung angekündigt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sieht sein Land bereits in einem "Wirtschaftskrieg" mit den USA, nachdem diese neue Strafen verhängten.

Sollten die USA bei neuen Sanktionen auch die Geschäfte bestimmter Banken oder die Nutzung bestimmter Währungen verbieten, sei dies eindeutig die "Erklärung eines Wirtschaftskrieges", sagte Medwedew laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax am Freitag. "Und auf diesen Krieg müssen wir unbedingt reagieren", fügte der Ministerpräsident hinzu. Medwedew sagte, Russland werde auf die neuen Sanktionsdrohungen aus dem USA "mit wirtschaftlichen, politischen und, falls erforderlich, mit anderen Mitteln" reagieren. "Unsere amerikanischen Freunde müssen das verstehen."

Die USA hatten am Mittwoch im Zusammenhang mit der Vergiftung des ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter im britischen Salisbury im März weitere Sanktionen gegen Russland verhängt. Die US-Regierung drohte darüber hinaus mit weiteren "drakonischen" Strafen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte die neuen Sanktionen bereits am Donnerstag als "illegal" und "absolut inakzeptabel" bezeichnet und "jegliche Verwicklung" Russlands in den Fall Skripal erneut kategorisch bestritten.

Skripal und seine Tochter Julia waren in Salisbury durch den Nervenkampfstoff Nowitschok schwer verletzt worden. Das seltene Gift war ursprünglich in der Sowjetunion entwickelt worden. Moskau bestreitet entschieden, etwas mit den Vergiftungen zu tun zu haben.

Bereits zuvor hatten die USA Sanktionen gegen Russland in dem Fall verhängt und wie andere westliche Staaten russische Diplomaten ausgewiesen. Andere Strafmaßnahmen gelten wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland 2014 sowie wegen der Unterstützung für prorussische Separatisten in der Ostukraine. Zudem gibt es Sanktionen wegen der Vorwürfe einer Einmischung Moskaus in die US-Präsidentenwahl 2016.

Im Streit um die Inhaftierung eines US-Pastors hat US-Präsident Donald Trump unterdessen neue Strafzölle gegen die Türkei verhängt. Unter Verweis auf die schlechten Beziehungen zur Türkei verkündete Trump am Freitag im Kurzmitteilungsdienst Twitter eine Verdopplung der Zölle auf Stahl und Aluminium. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan rief zum "nationalen Kampf" gegen den "Wirtschaftskrieg" auf, während die Lira um 19 Prozent einbrach.