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14. Juli 2011

Neue Krise im irischen Cloyne

Kritik an Bischof und Vatikan.

Eine Untersuchungskommission über Kindesmissbrauch in der südirischen Diözese Cloyne hat schwere Vorwürfe gegen den Vatikan und den ehemaligen Bischof John Magee (74) erhoben. In ihrem am Mittwoch veröffentlichten Abschlussbericht wirft die Kommission, die auch schon die Missbrauchsvorfälle in der Erzdiözese Dublin untersucht hatte, Magee vor, die von der Irischen Bischofskonferenz aufgestellten Kinderschutzrichtlinen missachtet zu haben. Eine langsame Reaktion des Vatikan auf die Vorwürfe habe die Täter noch unterstützt und in Sicherheit gewiegt. Der Bericht legt nahe, dass die Diözese entgegen anderslautender Beteuerungen die Richtlinien der Bischofskonferenz von 1996 nicht umgesetzt habe. Einige Anschuldigungen seien nicht an die Polizei weitergegeben worden. Bis 2008 sei nur ein Vorfall den Gesundheitsbehörden gemeldet worden. Die Schuld an der ungenügenden Umsetzung treffe Bischof Magee. Fehlende Unterstützung des Vatikans habe die Durchsetzung der Richtlinien in Irland erschwert. Der Bericht erwähnt zugleich Fortschritte, die die Diözese seit 2008 erzielt habe. Insgesamt werden in dem Untersuchungsbericht Vorwürfe gegen 19 Geistliche aus den Jahren 1996 bis 2009 untersucht, darunter auch gegen den Bischof selbst. Die Kommission bewertete Magees Fall zwar nicht als Missbrauch, stufte den Vorfall jedoch als eine "Verletzung persönlicher und professioneller Grenzen" ein. Magee trat im März 2010 von seinem Bischofsamt zurück. Der katholische Primas von Irland, Kardinal Sean Brady, bezeichnete den Mittwoch als einen weiteren schwarzen Tag in der Missbrauchskrise und bekundete "Scham und Trauer".

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Autor: KNA