Predigt bei Generalaudienz

Papst Franziskus vergleicht Abtreibung mit Auftragsmord

AFP

Von AFP

Do, 11. Oktober 2018 um 07:22 Uhr

Ausland

Ob es richtig sei, einen Killer zu engagieren, um ein Problem zu lösen, fragte das Oberhaupt der katholischen Kirche die auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen weiter. Auch der Verein Frauenwürde ist empört.

Papst Franziskus hat Abtreibung mit einem Auftragsmord verglichen. "Einen Menschen zu beseitigen ist wie die Inanspruchnahme eines Auftragsmörders, um ein Problem zu lösen", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Mittwoch bei seiner Generalaudienz im Vatikan. "Ist es richtig, einen Auftragsmörder anzuheuern, um ein Problem zu lösen?", fragte er die auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen.

In seiner Predigt befasste sich Franziskus zunächst mit dem biblischen Gebot, nicht zu töten. Er prangerte die "Abwertung menschlichen Lebens" durch Kriege, Ausbeutung und Ausgrenzung an. Dann fügte der 81-Jährige noch seine Gedanken zum Thema Abtreibung hinzu: "Aber wie kann eine Handlung, die unschuldiges Leben beseitigt, therapeutisch, zivilisiert und menschlich sein?"

Eine Schwangerschaft "im Namen des Schutzes anderer Rechte" abzubrechen sei "wie jemanden zu beseitigen", sagte der Papst. "Ist es richtig, ein menschliches Leben zu beseitigen, um ein Problem zu lösen?" – "Gewalt und Zurückweisung des Lebens" hätten eine gemeinsame Quelle: "Angst".

Franziskus sieht in der Geburt behinderter Kinder ein Geschenk

Insbesondere prangerte der Papst die angeblichen Ratschläge von Ärzten zur Abtreibung behinderter Kinder an. "Ein behindertes Kind ist wie jeder Bedürftige auf der Welt, wie ein alter Mensch, der Hilfe benötigt, wie so viele Arme, die kaum über die Runden kommen", sagte er. Er verglich die Geburt eines behinderten Kindes mit einem "Gottesgeschenk", das es den Eltern ermögliche, die "Selbstbezogenheit" hinter sich zu lassen.

Beim deutschen Verein Frauenwürde hieß es: "Die Herstellung eines Zusammenhangs zwischen einem Auftragsmord und einem Schwangerschaftsabbruch beleidigt sowohl die Opfer eines Mords als auch die Gewissensentscheidung einer Frau im Schwangerschaftskonflikt." Der Verein unterstützt die Schwangerschaftskonfliktberatung in katholischer Trägerschaft und ist eine Projektgruppe der katholischen Reformbewegung "Wir sind Kirche".