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19. Oktober 2009

Proteste in Spanien gegen Abtreibung

Kritik an Gesetzesänderungen

  1. Kirche und Konservative machen gegen die Abtreibung in Spanien mobil: Tausende kamen zur Demo nach Madrid, viele mit Babyfotos. Foto: afp

MADRID (dpa). Mehrere hunderttausend Menschen haben am Wochenende in Madrid gegen die in Spanien geplante Einführung eines der liberalsten Abtreibungsgesetze Europas protestiert. Unter dem Motto "Jedes Leben zählt" zogen die Demonstranten am Samstag durch das Zentrum der spanischen Hauptstadt. Zu der Kundgebung hatten rund 40 Organisationen von Abtreibungsgegnern mit Unterstützung der katholischen Kirche und der oppositionellen Volkspartei (PP) aufgerufen. Die Teilnehmer kritisierten das Vorhaben der sozialistischen Regierung, Jugendlichen von 16 bis 18 Jahren die Möglichkeit einzuräumen, ohne Zustimmung der Eltern abzutreiben.

Die Veranstalter sprachen von bis zu zwei Millionen Teilnehmern, die Polizei dagegen von 250 000. Unter ihnen war auch der frühere Ministerpräsident José María Aznar (PP). Die Regierung seines sozialistischen Nachfolgers José Luis Rodríguez Zapatero hatte vor drei Wochen einen Gesetzentwurf beschlossen, der die bisher geltende Indikationslösung durch eine Fristenregelung ersetzen soll. Danach bleiben Schwangerschaftsabbrüche künftig bis zur 14. Woche straffrei. In Sonderfällen – wie bei gesundheitlichen Gefahren für die Frau oder bei schweren Missbildungen des Fötus – sollen Abtreibungen bis zur 22. Woche der Schwangerschaft zulässig sein. Das Gesetz soll noch dieses Jahr vom Parlament verabschiedet werden. Die dafür notwendige absolute Mehrheit scheint gesichert.

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Nach der derzeitigen Gesetzgebung sind Abtreibungen in Spanien grundsätzlich verboten. Zugelassen sind sie nur in Ausnahmefällen wie nach Vergewaltigungen, bei Missbildungen des Fötus oder bei Gefahren für die Gesundheit der Schwangeren. Der letzte Punkt lässt einen weiten Ermessensspielraum zu. Die Mehrheit der 100 000 Schwangerschaftsabbrüche im Jahr in Spanien wird in Privatkliniken vorgenommen.

Autor: dpa