Tausende fliehen aus Idlib

dpa

Von dpa

Mo, 10. September 2018

Ausland

Syrische Rebellen bombardiert.

DAMASKUS (dpa). Nach dem vorläufigen Scheitern diplomatischer Bemühungen haben Russland und die syrische Regierung am Wochenende ihre Luftangriffe auf die Rebellenhochburg Idlib verschärft. Mehr als 150 Bombardements trafen laut Syrischer Beobachtungsstelle für Menschenrechte den Süden der Provinz sowie den Norden der angrenzenden Region Hama. Die syrische Luftwaffe warf demnach Fässer mit Sprengstoff ab. Dazu gab es Beschuss mit Artillerie und Raketen. Ein Krankenhaus musste den Betrieb wegen der Angriffe einstellen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana bestätigte, die Armee habe in dem Gebiet Extremisten beschossen. Seit Freitag flohen etwa 5000 Menschen innerhalb der Region.

Am Freitag war die Türkei bei einer Konferenz in Teheran damit gescheitert, die Syrien-Verbündeten Russland und Iran von einer Waffenruhe in Idlib zu überzeugen. Idlib ist das letzte große Rebellengebiet in Syrien. Die Regierung hat dort ihre Truppen zusammengezogen und mit einer Offensive gedroht.

Syrien und sein Verbündeter Russland wollen in Idlib nach eigenen Angaben "Terroristen" bekämpfen. In der Region ist die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Miliz Haiat Tahrir al-Scham, die sich früher Al-Nusra-Front nannte, sehr stark. Nach Angaben des UN-Syrienvermittlers Staffan de Mistura hat die Gruppe rund 10 000 Kämpfer in Idlib.