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06. August 2012 11:00 Uhr

USA

Terror im Tempel: Verwechselte der Täter Sikhs mit Muslimen?

Noch ist das Motiv nicht geklärt. Doch bei dem Blutbad in einem Sikh-Tempel in den USA könnte der Todesschütze seine Opfer mit Muslimen verwechselt haben.

  1. Betroffenheit herrscht auch bei den Sikhs in Kalifornien. Foto: dapd

Angst und Entsetzen nach dem Blutbad in einem Sikh-Tempel im US-Staat Wisconsin: Zwar herrschte weiter Rätselraten über den Beweggrund des Täters, der am Sonntag in Oak Creek bei Milwaukee sechs Gläubige erschoss, doch Beobachter gingen von einem durch Hass motivierten Verbrechen aus.

"Nur weil sie einen Turban sehen, denken sie, man sei Taliban." Angehörige der Sikhs
"Jeder hier glaubt, dass es sich ganz bestimmt um ein Hassverbrechen handelt", zitierte die "New York Times" einen Sikh aus der Region namens Manjit Singh nach dem Massaker im Bundesstaat Wisconsin. "Die Leute glauben, wir sind Muslime." Eine zweite Angehörige der Religionsgemeinschaft

sagte dem Blatt zufolge, die meisten Menschen seien so ignorant, dass sie den Unterschied zwischen Religionen nicht kennen würden. "Nur weil sie einen Turban sehen, denken sie, man sei Taliban."

Die viele männliche Sikhs tragen einen Turban und einen ungestutzten Bart, womit sie an strenggläubige Muslime erinnern können. Die "New York Times" berichtete in ihrer Internetausgabe am Montag, zwar seien vor dem Massaker vom Sonntag keine gewaltsamen Übergriffe gegen Sikhs in Wisconsin bekanntgewesen.

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Angehörige der Gemeinschaft berichteten aber von wachsender Abneigung seit den Anschlägen vom 11. September 2001. Sie vermuteten, das hänge damit zusammen, dass Sikhs irrtümlich für Muslime gehalten worden seien.

Der US-Sender CNN zitierte einen Sikh namens Kandwardeep Singh Kaleka, der unter Berufung auf Augenzeugen berichtete, der Attentäter habe eine "9/11"-Tätowierung getragen - möglicherweise zum Gedenken an die Anschläge vom 11. September.

Autor: dpa/dapd


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