Trump nennt manche Staaten "Drecksloch"

dpa

Von dpa

Sa, 13. Januar 2018

Ausland

USA: Keine Iran-Sanktionen.

WASHINGTON (dpa). US-Präsident Donald Trump soll bestimmte Länder als "Drecksloch-Staaten" bezeichnet haben, Berichte darüber lösten international Empörung aus. Trump bestritt am Freitag allerdings, sich auf diese Weise ausgedrückt zu haben. Laut Washington Post und anderen US-Medien soll Trump bei einem Treffen mit Senatoren am Donnerstag gefragt haben, warum die USA so viele Menschen aus "Drecksloch-Staaten" aufnehmen müssten. Es ging dabei um den Aufenthaltsstatus von Menschen aus Haiti, El Salvador und afrikanischen Staaten. Ein Sprecher des Weißen Hauses dementierte die Berichte zunächst nicht.

Trump schrieb dagegen am Morgen auf Twitter: "Die Sprache, die ich bei dem Daca-Treffen benutzt habe, war hart, aber das war nicht die Sprache, die benutzt wurde." Wenig später erklärte er, er habe nie etwas Abfälliges über Haitianer gesagt, außer dass Haiti ein "sehr armes und unruhiges Land" sei. Das Treffen mit Senatoren beider Parteien drehte sich um einen Kompromiss in der Einwanderungspolitik, der eine Lösung für das Daca-Programm vorsieht. Es gibt Hunderttausenden junger Migranten einen temporären Schutzstatus. Die kolportierten Bemerkungen Trumps lösten in den USA und weltweit Empörung aus.

Trump kommt Europäern in Iran-Frage entgegen

Am Abend gab das Weiße Haus bekannt, dass die USA die Sanktionen gegen den Iran für weitere 120 Tage aussetzen. Damit bleibt das Atomabkommen, das die Vetomächte des UN-Sicherheitsrates und Deutschland 2015 mit dem Iran abgeschlossen haben, in Kraft. Eine Wiederaufnahme der Sanktionen hätte eine einseitige Aufkündigung des Abkommens bedeutet. Noch am Donnerstag hatte sich Frankreichs Präsident Macron in einem Telefonat mit Trump für die Aufrechterhaltung des Abkommens eingesetzt. Das Weiße Haus kündigte zugleich an, dass dies das letzte Mal sei, dass die Aussetzung der Sanktionen verlängert werde. Bis zum nächsten turnusmäßigen Termin in vier Monaten müsse es eine Einigung mit den europäischen Partnern auf eine härtere Gangart geben.