US-Regierung erwog Umsturz in Venezuela

dpa

Von dpa

Mo, 10. September 2018

Ausland

Caracas empört über Bericht.

WASHINGTON (dpa). Vertreter der US-Regierung haben laut New York Times mit venezolanischen Militärs Pläne zu einem möglichen Sturz von Präsident Nicolás Maduro erörtert. Allerdings seien die in den vergangenen Monaten besprochenen Pläne nicht weiterverfolgt worden, da die USA schlechte Erfahrungen mit Unterstützungen von Umstürzen in Lateinamerika haben. Das Blatt berief sich auf Teilnehmer der Gespräche auf beiden Seiten.

Die Regierung in Caracas verurteilte das Vorgehen der USA. Außenminister Jorge Arreaza schrieb auf Twitter: "Wir verurteilen vor der Welt die Interventionspläne der Vereinigten Staaten und die Hilfe für Konspirateure im Militär gegen Venezuela." Auch Boliviens Präsident Evo Morales verurteilte die Pläne.

Das Weiße Haus hatte Anfragen der US-Zeitung unbeantwortet gelassen und nur darauf verwiesen, dass es wichtig sei, "mit allen Venezolanern, die Verlangen nach Demokratie zeigen, im Dialog zu stehen". Dies mit dem Ziel, "einem Land, das so sehr unter Maduro gelitten hat, positive Änderungen zu bringen". Venezuela verfügt über die größten Erdölvorkommen, es herrschen aber Mangelwirtschaft und Armut. 2,3 Millionen Menschen haben das Land laut UNO bereits verlassen.

Die USA haben eine lange Geschichte der Einmischungen in innere Angelegenheiten lateinamerikanischer Länder. Zum Teil demokratisch gewählte, aber linksgerichtete Regierungen wurden mit Hilfe des Geheimdienstes CIA gestürzt und gegen oft rechtsgerichtete Militärdiktaturen getauscht. Solche Einmischungen gab es seit Ende des Kalten Krieges weitgehend nicht mehr.