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17. Juli 2010

USA und EU verurteilen Attentat im Iran

27 Menschen getötet.

BERLIN/TEHERAN (dpa). Zwei Selbstmordattentäter haben sich im Südosten des Irans in die Luft gesprengt und ein Blutbad angerichtet. Die Opferzahl stieg am Freitag auf 27. Der zuständige Provinzgouverneur Ali-Mohammed Azad berichtete von 167 Verletzten.

Zum Anschlag nahe einer Moschee in der Provinzhauptstadt Sahedan am Donnerstagabend bekannte sich die Gruppe Dschundallah ("Gottessoldaten"). Ihr Anführer Abdulmalik Rigi war im Juni hingerichtet worden. Der Doppelanschlag sei die Vergeltung, erklärte die Gruppe, die auch das Drogengeschäft im Grenzgebiet zu Afghanistan und Pakistan kontrolliert.

Nach ersten Erkenntnissen zündete am Donnerstag ein als Frau verkleideter Selbstmordattentäter seinen Sprengstoffgürtel an einem Kontrollpunkt der Revolutionären Garden in unmittelbarer Nähe einer Moschee in Sahedan. Als sich Helfer und schiitische Pilger um die Opfer kümmern wollten, explodierte der Gürtel eines zweiten Selbstmordattentäters in der Menschenmenge.

Bei den Anschlägen wurden auch sechs Mitglieder der in der Nähe der Moschee stationierten Revolutionsgarden getötet. Ein führender Offizier, General Yadollah Javani, beschuldigte die USA und Israel, hinter den Anschlägen zu stecken. Die USA hatten stets bestritten, die "Gottessoldaten" zu unterstützen. US-Außenministerin Hillary Clinton verurteilte den Anschlag. Die Regierung in Teheran hatte behauptet, Anführer Rigi habe vor seiner Hinrichtung gestanden, direkte Kontakte zu den Amerikanern unterhalten zu haben. Die Gruppe solle Zwietracht zwischen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit und der sunnitischen Minderheit im Iran säen. Auch die EU verurteilte die Selbstmordanschläge als feige Attentate. "Es gibt keinerlei Rechtfertigung dafür", sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton am Freitag. Die EU-Chefdiplomatin sprach den Familien der Opfer ihr Beileid aus.

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Autor: dpa