Armutsrisiko unter Migranten steigt

dpa

Von dpa

Sa, 11. August 2018

Deutschland

Anteil der in Deutschland geborenen Betroffenen sinkt / Insgesamt höchster gemessener Wert.

DÜSSELDORF (dpa). Das Armutsrisiko in Deutschland ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen, was aber ausschließlich auf eine Zunahme der Armut unter Migranten zurückgeht. 15,8 Prozent der Gesamtbevölkerung waren 2017 von Einkommensarmut bedroht – ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Dies sei der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1996, berichtete das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Die Zunahme sei jedoch allein auf den Anstieg der Armut in der Gruppe der Einwanderer zurückzuführen, heißt es in der Auswertung. Hier sei das Armutsrisiko 2017 erneut deutlich auf nun 30,3 Prozent gestiegen (plus 0,9 Prozentpunkte). Gleichzeitig ging die Armutsquote bei Menschen ohne Migrationshintergrund um 0,3 Prozentpunkte zurück. Auch bei in Deutschland geborenen Menschen mit Migrationshintergrund sank sie leicht um 0,1 Punkte. Haushalte gelten als von Armut bedroht, wenn sie weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben.