Kommentar

Beatrix von Storch: Herablassend und hemmungslos pauschalisierend

Thomas Steiner

Von Thomas Steiner

Mi, 03. Januar 2018 um 00:03 Uhr

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Geht das jetzt jeden Januar so? 2017 war es AfD-Rechtsaußen Höcke, der mit seiner Rede über die Holocaust-Erinnerungskultur eine Welle der Empörung auslöste. 2018 genügen ein paar Sätze von Beatrix von Storch.

In ihrem Tweet zu den Silvestergrüßen der Kölner Polizei benutzte sie ein derart herabsetzendes und hemmungslos pauschalisierendes Vokabular, dass sie sich den Vorwurf der Hassrede und der Volksverhetzung machen lassen muss.

Die Vorkommnisse an Silvester vor zwei Jahren, die Bluttaten in Freiburg und jüngst in Kandel vor Augen, wird niemand leugnen, dass unter jungen männlichen Migranten welche sind, die zur Gefahr für Frauen werden können. Mit großem Polizeieinsatz wurde dieser Gefahr an Silvester in Köln entgegengetreten. Zu Recht. Aber deshalb von "barbarischen Männerhorden" zu sprechen, das baut ein brutales Feindbild auf. Und die islamische Religion zu dessen entscheidendem Merkmal zu machen, erklärt noch jeden Mann, der dieser angehört, zum Gegner.

Wenn die beiden Männer an der Spitze der AfD, Alexander Gauland und Jörg Meuthen, nun wieder abwiegeln, so wie sie es schon nach Höckes Endsieg-Rede taten, zeigt das einmal mehr, dass radikale Feindseligkeit den Kern dieser Partei ausmacht. Auch wenn am Dienstag "Glückselig Neujahr" über Beatrix von Storchs Twitter-Seite stand.