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18. Juni 2009
Demos für bessere Bildung
Zehntausende Studenten und Schüler gehen auf die Straße / Proteste auch in Freiburg
BERLIN/FREIBURG (dpa/pk). Bei den größten Bildungsprotesten seit Jahren haben am Mittwoch nach Angaben der Veranstalter 240 000 junge Menschen in 70 Städten für bessere Schulen und Universitäten protestiert. Sie forderten ein gebührenfreies Studium und ein gerechteres Bildungssystem.
Auch in der Freiburger Innenstadt demonstrierten gut 3000 Schüler und Studenten mit Trillerpfeifen und Rasseln für eine bessere Bildungspolitik. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) äußerte wenig Verständnis. Die Proteste seien zum Teil gestrig. "Ich bin sehr einverstanden, wenn sich Schüler und Studenten mit dem Bildungssystem beschäftigen. Aber wer streikt, muss auch Fakten zur Kenntnis nehmen", sagte sie. So seien die Bachelor- und Masterstudiengänge Teil des europäischen Bildungsraums und könnten nicht abgeschafft werden. Die meisten Studenten forderten allerdings nur, diese Studiengänge zu reformieren. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte, die SPD unterstütze Forderungen, die finanziellen Hürden im Bildungssystem einzureißen. Das Studium müsse gebührenfrei bleiben.Werbung
In Berlin beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter 27 000 Menschen am "Bildungsstreik 2009". Studenten und Schüler, die Vorlesungen und Unterricht boykottierten, reckten Transparente empor, auf denen "Studier dich arm" und "Gegen Turbo-Abi" stand. Redner beklagten Leistungsdruck und zu große Klassen an den Schulen, volle Hörsäle und mangelnde Wahlfreiheit an den Hochschulen. In Stuttgart demonstrierten laut Veranstaltern 15 000, in Hamburg 13 000 und in München mehr als 5000 Menschen. Die Polizei zählte meist deutlich weniger Demonstranten. Studenten besetzten in Dresden das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und in vielen Städten blockierten die Protestler Straßen in den Innenstädten. In Mainz stürmten 70 Studenten den Landtag.
Der Protest der Schüler richtet sich unter anderem gegen das mehrgliedrige Schulsystem, die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur und ein aus ihrer Sicht überholtes Notensystem. Die Demonstrationen stellten den Höhepunkt einer Protestwoche dar.
Autor: dpa
