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09. März 2011

"Der Biosprit hat eine hohe Qualität"

BZ-INTERVIEW mit Ursula Heinen-Esser (CDU).

  1. Heinen-Esser Foto: BMU

BERLIN. Der neue Sprit E 10 wird auch deshalb kritisiert, weil seine ökologische Verträglichkeit angezweifelt wird. Hannes Koch sprach darüber mit Ursula Heinen-Esser (CDU), Parlamentarischer Staatssekretärin im Bundesumweltministerium von Norbert Röttgen.

BZ: Zum Glaubwürdigkeitsproblem trägt bei, dass der ökologische Vorteil des Ethanol-Benzins nicht erwiesen ist.
Heinen-Esser: Das wird immer wieder fröhlich behauptet. Ich verstehe nicht, worauf dieses Argument fußt. Die Europäische Union hat ja festgelegt, dass wir nur solche Biokraftstoffe verwenden, die mindestens 35 Prozent Kohlendioxid im Vergleich zu Benzin auf Erdölbasis vermeiden.
BZ: Trotzdem warnt der Sachverständigenrat für Umweltfragen, das Beratungsgremium der Bundesregierung, vor E 10. Der Beitrag zum Klimaschutz sei fraglich.
Heinen-Esser: Das sehen wir anders. Das Biobenzin darf laut EU-Verordnung auch nicht von Flächen stammen, auf denen die Vielfalt der Ökosysteme bedroht wäre oder große Mengen von Kohlenstoff aus dem Boden freigesetzt werden könnten. Außerdem helfen Pflanzenkraftstoffe, die gigantischen Schäden des Erdöl-Abbaus zu verringern. Unfälle wie bei der BP-Plattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko werden unwahrscheinlicher, je mehr Biobenzin wir nutzen.

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BZ: Hat der Biosprit, den die deutschen Autofahrer tanken, wirklich die hohe ökologische Qualität, den die EU-Verordnungen vorschreiben?
Heinen-Esser: Ja. Mittels der Zertifikate, die die Unternehmen nachweisen müssen, können wir bis zu den Landwirtschaftsbetrieben in Brasilien oder Indonesien zurückverfolgen, ob die Vorschriften für den Klimaschutz eingehalten wurden.
BZ: Auf Äckern mit Treibstoffpflanzen kann man keine Nahrungsmittel anbauen. Wenn der Lebensmittelbedarf der Weltbevölkerung steigt, führt dies dazu, dass Urwälder gerodet werden. Das widerspricht dem Anliegen des Klimaschutzes.
Heinen-Esser: Das ist ein ernstes Problem, das wir angehen müssen. Noch ist nicht klar, wie groß diese Verdrängungseffekte sind. Die Bundesregierung will aber auf europäischer Ebene durchsetzen, dass künftig nur Agrarprodukte verwendet werden, bei deren Herstellung es nicht zur Verdrängung von Nahrungsmitteln kommt.

Autor: hko