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08. August 2012
Hintergrund
Der Sportplatz - Rekrutierungsfeld für Rechte
Sport und Rechtsextremismus ist nicht erst ein Thema, seit die Ruderin Nadja Drygalla und ihr Freund aus dem NPD-Milieu in die Schlagzeilen gerieten.
Mehr als 91 000 Sportvereine gibt es in Deutschland – und dass rechtsextreme Gruppierungen immer wieder versuchen, gerade hier mit Jugendlichen in Kontakt zu kommen, ist lange bekannt. Besonders kleine Sportvereine auf dem Land bleiben nach Einschätzung des Sport-Soziologen Gunter Pilz ein Angriffspunkt für die Beeinflussung durch Neonazis. "Die sind am empfindlichsten, weil heute kaum jemand ein Ehrenamt übernehmen will", sagt der Wissenschaftler. Auf die politische Gesinnung eines freiwillig Engagierten schaue anfänglich niemand. Pilz kritisiert die Gleichgültigkeit in manchen Vereinen. "Die denken dann, sie machen Sport und Sport sei unpolitisch, aber das ist ein Denkfehler", sagt der 67-Jährige, der den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und andere Verbände im Umgang mit Rechtsextremisten berät. Andererseits versichert Pilz: "Der Sport schläft nicht, die Verbände sind da sehr aktiv." In der Kampagne "Verein(t) gegen Rechtsextremismus" haben sich seit vergangenem Jahr neben dem DFB auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und Bundesministerien zusammengeschlossen. In manchen Sportvereinen sei die Sensibilität noch nicht hoch genug, räumt der Geschäftsführer der Deutschen Sportjugend, Martin Schönwandt, ein. Er begrüßt die Kampagne, fordert aber: "Wir müssten – überspitzt gesagt – etwas weniger Plakate drucken, sondern mehr Menschen qualifizieren, etwa die Vereinsvorstände."
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Autor: dapd



