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18. November 2009
Eine Erklärung für den Rückzug Lafontaines
Erkrankung erzwingt Pause
BERLIN. Mindestens vorerst ist das Rätselraten beendet, warum Links-Parteichef Oskar Lafontaine kurz nach dem Zwölf-Prozent-Erfolg bei der Bundestagswahl seinen Rückzug vom Amt des Fraktionsvorsitzenden im Parlament in Berlin angekündigt hat. Gestern Nachmittag erklärte er per Pressemitteilung, dass er morgen wegen einer Krebserkrankung zu einem schon länger geplanten Eingriff ins Krankenhaus gehen werde.
Lebensbedrohlich sei der Zustand des Linkenvorsitzenden nicht, verlautete aus der Parteispitze. Doch ist die Erkrankung so ernst, dass Lafontaine erst nach überstandener Operation zu Anfang 2010 entscheiden wolle, "in welcher Form ich meine politische Arbeit weiterführe".
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Lafontaine selbst verwahrte sich gegen "unhaltbare Gerüchte". Tatsächlich hatte er mit dem Rückzug von der Spitze der Bundestagsfraktion Medien und Parteifreunde in Erstaunen versetzt. Kaum hatte er der Linkspartei den größten Wahlerfolg ihrer Geschichte erkämpft, kündete er Anfang Oktober an, nicht länger Fraktionschef in Berlin sein zu wollen. Warum der ebenso eitle wie machtbewusste Lafontaine ausgerechnet auf jenes Amt verzichtete, das es ihm erlaubt hätte mit seiner rhetorischen Stärke zu glänzen und die Regierung zu attackieren, wussten viele nicht zu deuten. Dass die Fraktionsführung im Saarbrücker Landtag ein Ersatz dafür sein könnte, wird keiner geglaubt haben. Umso genauer wurde registriert, dass Lafontaine in Berlin neuerdings häufig fehlte.
Autor: Bärbel Krauß
