Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

05. September 2010 23:21 Uhr

Hintergrund

Erst zwei von 17 abgeschaltet

Beim rot-grünen Atomausstieg war eine Restlaufzeit der Kernkraftwerke von 32 Jahren festgelegt worden. Als ein Jahr galten 95 Prozent des Volllastbetriebs eines Atomkraftwerks.

Die Konzerne hatten zunächst 35 Volllastjahre gefordert, was im Schnitt 42 Kalenderjahren entspricht. Jedes Atomkraftwerk bekam am Ende bestimmte Reststrommengen zugebilligt, die es produzieren durfte.

Der Energieexperte Mycle Schneider hatte in einer Studie 2009 ermittelt, dass die Reaktoren weltweit bisher im Schnitt rund 25 Jahre laufen – deshalb sehen Gegner von Laufzeitverlängerungen große Risiken, wenn ein AKW 40 und mehr Jahre laufen würde.

Da schon seit Jahren viele Meiler mit gedrosselter Leistung laufen oder stillstehen, würde sich bereits jetzt der bis 2022 geplante Ausstieg bis etwa 2025 verzögern. Wenn Meiler trotz noch vorhandener Strommengen, die sie produzieren dürfen, stillgelegt werden, können diese auf neuere AKW übertragen werden.

Deshalb ist es immer schwierig, konkrete Enddaten für die Betriebszeit einzelner Anlagen zu nennen. Auch das generelle Ende der Energieerzeugung aus Kernkraft in Deutschland ist aufgrund dieser Unwägbarkeiten nicht exakt zu bestimmen. Als nächstes würde laut bisherigem Vertrag im Februar 2011 das AKW Neckarwestheim 1 abgeschaltet werden.

Werbung


Wenn bis dahin kein Gesetz vorliegt und das AKW seine erlaubten Strommengen produziert hat, droht ihm auch unter Schwarz-Gelb das Aus. Derzeit laufen noch 17 Kernkraftwerke – im Zuge des rot-grünen Atomausstiegs sind bisher erst zwei AKW abgeschaltet worden.

Autor: dpa