HINTERGRUND

dpa

Von dpa

Do, 06. Dezember 2018

Deutschland

1001 Delegierte haben es in der Hand

Seit 47 Jahren gab es bei der CDU keine Kampfkandidatur um das Amt des oder der Parteivorsitzenden mehr. Wie es diesmal ausgeht, darüber entscheiden 1001 Delegierte des Bundesparteitags am Freitag. 1000 werden laut CDU-Statut von den Landesverbänden, den Kreis-, Bezirks- oder Landesparteitagen gewählt, dazu kommt ein Delegierter des Auslandsverbandes in Brüssel. Die CDU hat 17 Landes-, 27 Bezirks- und 327 Kreisverbände. Von den 1000 Delegierten der Landesverbände werden 200 im Verhältnis der bei der jüngsten Bundestagswahl für die einzelnen CDU-Landeslisten abgegebenen Zweitstimmen entsandt, 800 im Verhältnis der Mitgliederzahlen der Landesverbände – weshalb die mit Abstand meisten Delegierten aus Nordrhein-Westfalen kommen. Sie alle wählen Präsidium und Bundesvorstand der Partei – darunter die oder den Vorsitzenden.
 Im ersten Wahlgang ist die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen erforderlich. Bekommt einer der Kandidaten mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen, ist die Wahl entschieden. Ist dies nicht der Fall, kommt es zu einer Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten, die im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten haben. Die Wahl ist geheim. Für deren Ausgang wird viel von den Reden und der Stimmung auf dem Parteitag selbst abhängen. Die Landesverbände geben ihren Mitgliedern keine Wahlempfehlung, einige prominente CDU-Vertreter haben sich jedoch schon positioniert: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble unterstützt Merz, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther Kramp-Karrenbauer.