Hintergrund

Wie Christbäume auf Weihnachtsmärkten gesichert werden

dpa/BZ

Von dpa & BZ-Redaktion

Mo, 20. November 2017

Deutschland

Du fällst nicht nur zur Sommerzeit

Wie verhält sich ein Weihnachtsbaum im Sturm? Forscher haben ein Exemplar im Windkanal getestet und kommen zu beunruhigenden Ergebnissen: Ein zehn Meter hoher Christbaum müsse mit 10 000 bis 12 000 Kilogramm Gewicht verankert werden, damit er bei kräftigem Wind nicht umkippe, teilt die Fachhochschule Aachen mit. Anders als in der Natur seien Christbäume auf Weihnachtsmärkten fixiert und könnten nicht nachgeben wie ein in Erdreich verwurzelter Baum, erklärt Professor Frank Janser. Der Versuch wurde in einem Windkanal unternommen, in dem normalerweise Luft- und Raumfahrt- sowie Automobil- und Motorradtechnik getestet wird. Die 1,20 Meter lange Spitze einer Nordmanntanne wurde Windgeschwindigkeiten von mehr als 80 Kilometern pro Stunde ausgesetzt. Das Ergebnis lasse sich auf größere Bäume hochrechnen, sagte Janser.

Der Aachener Einzelhandelsverband hatte die Wissenschaftler um Berechnung für den anstehenden Weihnachtsmarkt gebeten. Die Standsicherheit von Weihnachtsbäumen ist ein großes Thema: In Düsseldorf läuft gerade ein Prozess, in dem geklärt werden soll, warum eine sechs Meter große Nordmanntanne auf der Königsallee an Heiligabend 2013 umgekippt war und eine Kurierfahrerin schwer verletzt hatte – eine Versicherung wirft der Stadt vor, sie habe den Baum nicht sachgemäß aufgestellt. Schwierigkeiten gab es zuletzt auch in Straßburg: Der erste Baum war bereits im Wald zerbrochen, beim zweiten waren Risse im Stamm festgestellt worden. Die Hoffnungen ruhen jetzt auf Nummer drei.