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22. Dezember 2009
Ilse Aigners Ärger mit dem Fuchspelz
Tierschützer protestieren gegen eine Abendrobe der Ministerin / Ermittlungen gegen Büroleiterin
BERLIN. Mit dem Namen Ilse Aigner können die meisten Bundesbürger nicht viel anfangen. Obwohl die CSU-Politikerin seit Oktober 2008 das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz führt, ist Aigner weitgehend unbekannt geblieben. Auf eine Weise, die der Ministerin gar nicht recht sein kann, ändert sich das nun. Denn die Politikerin muss sich derzeit gleich mit zwei unangenehmen Vorfällen befassen.
Der eine trug sich schon Ende November zu. In einer überaus eleganten Robe des Edelherstellers Escada war Aigner zum Bundespresseball in Berlin gekommen. Dass sie zu dem roten Kleid eine Stola aus Fuchspelz trug, empört viele Tierschützer. Sie überschütten seit Tagen das Ministerium mit Protestbriefen und erzürnten Mails. Und reichlich kleinlaut lässt Aigner, die qua Amt für den Tierschutz zuständig ist, nun mitteilen, dass Pelz nicht ihr Stil sei.
Warum sie dann ausgerechnet zu dem wichtigsten gesellschaftlichen Ereignis der Hauptstadt mit echtem Fuchsfell erschien und sich dort einer Heerschar von Fotografen und Fernsehkameras stellte: Diese Frage bleibt offen. Vielleicht wird sie ihren Fauxpas dem Tierschutzbund erklären, dessen Präsidium sich am Mittwoch zu einem Termin im Ministerium einstellt. Aigners Sprecher legt großen Wert auf die Feststellung, dass es sich um ein lange geplantes Treffen handele. Beide Seiten pflegten einen engen und vertrauensvollen Dialog. Die Gäste werden gleichwohl die Gelegenheit nutzen, die Ministerin darauf hinzuweisen, dass Pelz politisch überhaupt nicht korrekt sei, wie der Bundesgeschäftsführer des Tierschutzbundes, Thomas Schröder, sagt. Damit Ilse Aigner erfahre, wie es um die Pelztierhaltung in Europa und Deutschland bestellt sei, werde man ihr auch die entsprechende Broschüre des Vereins überreichen.
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Neben dem Pelz macht Aigner zudem eine Personalfrage zu schaffen. Aigner, die seit 1998 den oberbayerischen Wahlkreis Starnberg im Bundestag vertritt, hat die Chefin ihres Abgeordnetenbüros entlassen. Der Grund: Die ehemalige Büroleiterin hatte über ein Sachleistungskonto des Parlaments teure Schreibwaren bestellt und dann über das Internet verkauft. Es soll sich um Füller im Gesamtwert von 3900 Euro handeln. Aigner hat nicht nur das Arbeitsverhältnis beendet, sondern auch die Polizei des Bundestages eingeschaltet. Diese ermittelt nun in dem Fall, wie eine Sprecherin des Bundestages bestätigt. Der Bundestag ist ein eigener Polizeibezirk, in dem der Präsident das Hausrecht und die Polizeigewalt ausübt.
Autor: Bernhard Walker
