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17. März 2010
Kein Abschlag, aber auch keine höheren Renten
Beschäftigte haben weniger.
BERLIN (dpa). Die Krise macht auch vor den 20 Millionen Rentnern in Deutschland nicht halt. Die außerplanmäßige Rentenerhöhung im Wahljahr 2009 war nur eine Eintagsfliege. Die Durststrecke für die Ruheständler setzt sich nach nur kurzer Unterbrechung fort – mit einer Nullrunde zur Jahresmitte. Dabei hätte es durchaus schlimmer kommen können. Nur die im vergangenen Sommer von Union und SPD vorsorglich beschlossene Renten-Schutzklausel verhinderte die eigentlich fällige erste Rentenkürzung der Nachkriegszeit. Zumindest im Westen.
Allerdings stehen die Rentner mit dem kargen Ergebnis nicht alleine da. Auch die Beschäftigten, die mit ihren Beiträgen die Renten finanzieren, müssen krisenbedingt den Gürtel enger schnallen. Viele zittern um den Job oder haben ihn gar verloren. Die massenhafte Kurzarbeit sorgte dafür, dass die Lohnsumme 2009 sank. Dies schlägt auf die Renten durch.
Die Rentenreformen der vergangenen Jahre zeigen ihre dämpfende Wirkung: Riesterfaktor und Nachhaltigkeitsfaktor führen dazu, dass Rentenerhöhungen regelrecht aufgefressen werden. Da der Riesterfaktor für zwei Jahre ausgesetzt wurde, hat sich allein daraus eine Bugwelle unterlassener Rentenabschläge aufgebaut, die in den Jahren nach 2012 nach und nach abgebaut werden soll. Die dann fälligen Rentenerhöhungen werden halbiert – falls es noch welche gibt.
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Nach Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung Bund summiert sich das Volumen an nicht vorgenommenen Rentenabschlägen auf bis zu acht Milliarden Euro. Es wird daher Jahre dauern, bis die Rentner dieses "Minuskonto" wieder abgetragen haben. Im Klartext heißt das: Sie werden sich auf absehbare Zeit mit neuen Nullrunden oder bestenfalls Mini-Erhöhungen begnügen müssen.
Im Juli 2009, mitten in der Krise, gab es noch die höchste Rentensteigerung seit mehr als zehn Jahren: Im Osten betrug sie 3,4, im Westen 2,4 Prozent. Dazu trug bei, dass der Riesterfaktor für zwei Jahre – darunter fürs Wahljahr 2009 – außer Kraft gesetzt war. Das sollte ein Ausgleich dafür sein, dass die Ruheständler zwischen 2004 und 2006 drei Renten-Nullrunden hinnehmen mussten. Inflation und zusätzliche Belastungen in der Kranken- und Pflegeversicherung nagten aber über Jahre hinweg an der Kaufkraft der Rente.
Autor: dpa
