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04. Mai 2009 13:33 Uhr
Keine Entwarnung: Jugend trinkt sich bewusstlos
Wodka, Tequila und Co. bis zur Bewusstlosigkeit: Immer mehr Jugendliche trinken sich ins Koma und landen in der Notaufnahme.
Der Anteil der Jugendlichen mit Alkoholexzessen ist zwar im vergangenen Jahr etwas gesunken. Die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing ist dennoch äußerst besorgt.
Vor allem an Wochenenden werden die Opfer dieses hemmungslosen Alkoholkonsums in die Ambulanzen eingeliefert. Noch nie mussten so viele 10- bis 20-Jährige wegen des sogenannten Binge- Trinkens stationär behandelt werden wie im vergangenen Jahr – genau 23.165 Kinder und Jugendliche. "Man muss hier mehr tun", räumte Bätzing am Montag nach dreieinhalb Jahren im Amt ein.
Das Problem liegt nicht nur bei den Jugendlichen: In Deutschland trinken fast zehn Millionen Menschen Alkohol in riskanter Form – also weit mehr als gut für sie wäre. Zehn Liter reiner Alkohol rinnt im Durchschnitt durch die Kehle eines Bundesbürgers pro Jahr. Rund 1,3 Millionen Menschen gelten als alkoholabhängig.
Die Tendenz beim Alkoholkonsum ist zwar leicht rückläufig. Deutschland liegt aber nach Angaben aus dem neuen Drogenbericht der Regierung im internationalen Vergleich weiter unter den Top Ten. "In der Gesellschaft herrscht eine weit verbreitete unkritisch positive Einstellung zum Alkohol vor", heißt es im Bericht. Schärfere Kontrollen sollen her, denn neue Gesetze sind kaum durchsetzbar.
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Die SPD-Politikerin wirft der Union vor, das Nationale Aktionsprogramm gegen Alkohol und gegen Rauchen aus Wahlkampfgründen zu blockieren. Widerstände sollen aus dem Wirtschafts-, dem Familien- und dem Verbraucherministerium gekommen sein – diese werden von Unionspolitikern geführt. Dabei war die Vorschlagsliste schon geschrumpft.
Die ursprünglichen Vorschläge des Nationalen Drogen- und Suchtrates nach einer Promillegrenze im Autoverkehr von 0,2 und einem Alkoholverbot an Tankstellen waren im aktuellen Entwurf bereits nicht mehr enthalten. Die Wirkung höherer Steuern bei Bier und Wein auf den Konsum sollte nur noch geprüft werden. Von einem Scheitern will Bätzing noch nicht sprechen. "Wir werden hier mit dem Koalitionspartner nochmal Gespräche führen."
Autor: dpa


