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27. August 2014

Kirchen sind sich uneins über Waffenlieferungen

Diskussionen über Irak-Politik.

KARLSRUHE/BONN (dpa). Die Kirchen in Baden-Württemberg haben bislang keine einheitliche Haltung zu möglichen Waffenlieferungen in den Irak gefunden. Während die Evangelische Landeskirche in Baden von einem Dilemma sprach, hält der katholische Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, deutsche Waffenlieferungen in den Irak unter bestimmten Umständen für vertretbar.

"Es droht ein Völkermord! Und aus der eigenen Geschichte wissen besonders die Deutschen, was dies bedeutet", sagte der Oberhirte der 1,9 Millionen Katholiken in Württemberg. Es müsse verhindert werden, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einen Genozid an Jesiden und Christen verübe. "Dabei können wir eine Unterstützung mittels Waffen von vorneherein einfach nicht mehr ausschließen", erklärte der Bischof. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte sich bereits am Vortag für die Lieferung von Waffen ausgesprochen. In Karlsruhe berieten die Oberkirchenräte der badischen Landeskirche über den Konflikt. Diese sei grundsätzlich gegen Waffenlieferungen in Krisengebiete, sagte eine Sprecherin. Allerdings seien die Menschen im Nordirak angesichts furchtbarer Menschenrechtsverletzungen besonders schutzbedürftig. Bei unterschiedlichen Positionen in der Frage von Waffenlieferungen setze sich die Landeskirche besonders dafür ein, mehr Flüchtlinge aufzunehmen.

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Autor: dpa