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06. Februar 2012

"Krieg gegen die Menschlichkeit"

Appell der Nobelpreisträgerin.

Die jemenitische Journalistin und Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman hat das Veto Chinas und Russland gegen eine Syrien-Resolution scharf verurteilt. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz sagte Karman: "Diese beiden Länder unterstützen das kriminelle Regime von Baschar al-Assad."

Karman rief die Weltgemeinschaft auf, Syrien politisch zu isolieren. "Ich bitte Sie, die syrischen Botschafter aus Ihrem Land zu weisen und Ihre Botschafter zurückzuziehen", sagte sie. Das Veto im Sicherheitsrat bedeute, dass China und Russland die moralische Verantwortung für die Massaker in Syrien trügen, sagte Karman. "Im Namen der tapferen arabischen Jugend verdamme ich dieses Regime. Der Krieg, den al-Assad führt, ist ein Krieg gegen die Menschlichkeit." Man könne nicht ruhen, wenn man sehe, wie in Syrien das Blut friedlicher Menschen vergossen werde. "Wir freuen uns auf den Sieg des syrischen Volkes."

Karman gehört zur Demokratiebewegung in Jemen, die gegen den inzwischen abgelösten Ex-Präsidenten Ali Abdullah Saleh kämpfte. Ihre Arbeit wurde als beispielhaft für den sogenannten Arabischen Frühling gewürdigt.

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In München geißelte die Nobelpreisträgerin aber nicht nur den syrischen Diktator. "Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit darauf lenken, dass Frauen in diesem Kreis unterrepräsentiert sind. Ich glaube, außer Hillary Clinton und mir hat hier auf dem Forum keine einzige Frau gesprochen. Sicherheit ist sehr männlich geprägt", schrieb sie den Organisatoren der Sicherheitskonferenz ins Stammbuch und erntete für ihren couragierten Auftritt – diesen Satz eingeschlossen – viel Applaus.

Autor: dpa/BZ