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04. August 2012 00:04 Uhr
FDP
Kubickis Attacke auf Rösler verpufft
Wolfgang Kubicki hat Philip Röslers Eignung als Parteichef der FDP angezweifelt. Auch wenn die Attacke nun offenbar verpufft, sind die Reaktionen aus den Reihen der FDP durchaus aufschlussreich.
BERLIN. Als sie in der Parteizentrale den Donnerhall der Attacke von Wolfgang Kubicki auf Parteichef Philipp Rösler vernommen hatten, warteten sie angespannt auf das Echo aus der Partei. Sie analysierten, welche Landesfürsten und Parteigranden sich schützend um den Parteichef herum gruppierten. Schlussfolgerung: Bis zur Wahl in Niedersachsen wird sich Rösler halten. Wenn die FDP in seinem Heimatland scheitern sollte, sind aber seine Tage als Parteichef gezählt.
Insofern ist die Woche für Rösler doch noch glimpflich verlaufen. Kubicki hat es vielen in der FDP, die seine Meinung teilen, schwer gemacht. Denn der Fraktionschef in Schleswig-Holstein hat seine Analyse wieder einmal nicht in einem Parteigremium zur Debatte, sondern im Stern zur Schau gestellt. Erwartbar waren die empörten Reaktionen der wahlkämpfenden Niedersachsen, die Kubicki einen politischen Pyromanen schimpften. Auch der Konter von Generalsekretär Patrick Döring war nicht überraschend. Aufschlussreicher wird Rösler die Reaktionen von Christian Lindner, Rainer Brüderle und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger finden, die Kubicki allesamt mehr oder weniger direkt als Führungsreserve benannte.
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Die Justizministerin hat – gar nichts – gesagt. Fraktionschef Brüderle hat erst abgewartet und dann die Führungsdebatte ohne nähere Begründung für beendet erklärt. Rösler habe mit seiner Bereitschaft zur erneuten Kandidatur als Parteichef das Nötige gesagt. Kein Wort der Wertschätzung kam Brüderle über die Lippen. Rösler muss das bedenklich stimmen, denn in der Partei hat Brüderle derzeit das größte Gewicht. Bei NRW-Chef Christian Lindner, den Kubicki als "geborenen neuen Parteivorsitzenden" bezeichnete, verhält es sich ähnlich. Auch er wollte sich nicht im Geleitzug der Rösler-Verteidiger blicken lassen. Spät äußerte sich Lindner und nichtssagend. Man müsse die Lage "weiter analysieren", sagte Lindner der Süddeutschen Zeitung. Mehr Distanz geht nicht, ohne illoyal zu werden.
Autor: Thomas Maron



