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08. Februar 2012

Autorennen

Mainz kündigt Pächtern des Nürburgrings

Die rheinland-pfälzische Landesregierung will einen Neuanfang. Die derzeitigen Betreiber drohen mit Rechtsstreit.

FRANKFURT (hh). Um den Betrieb des Nürburgrings in der Eifel bahnt sich vermutlich ein langwieriges juristisches Tauziehen an. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat am Dienstag den bis 2040 datierten Pachtvertrag mit der Nürburgring Automotive GmbH (NAG) als Betreiberin der Rennstrecke und weitere Verträge außerordentlich gekündigt. Damit solle der Weg für einen Neuanfang freigemacht werden, sagte Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) nach der Kabinettssitzung in Mainz.

Er sei in den vergangenen Monaten zu der Überzeugung gelangt, dass eine gute Zukunft am Ring mit den derzeitigen Pächtern nicht gegeben sei, begründete Lewentz die Haltung der Regierung von Kurt Beck (SPD). Dabei sei der Nürburgring ein Aushängeschild für Rheinland-Pfalz und von "herausragender Bedeutung für die Region und ihre Menschen". Mainz hatte mit Investitionen von rund 330 Millionen Euro unter anderen in die Rennstrecke, ein Museum oder einen Freizeitpark eine Dauerattraktion in der strukturschwachen Eifel schaffen wollen. Doch weil es Streit um die Pacht gab, zog das Land nun die Reißleine. Auch der Konzessionsvertrag über die Organisation der Formel-1-Rennveranstaltung werde gekündigt. Zugleich betonte der Minister, er habe den Betreibern, dem Hotelier Jörg Lindner und dem Projektentwickler Kai Richter, mehrfach angeboten, über die Modalitäten der Vertragsbeendigung zu sprechen. Es sei jedoch zu keiner Einigung gekommen. Er schließe daher einen längeren Rechtsstreit nicht aus.

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Betreibergesellschaft kündigt Schadenersatzklagen an

NAG-Anwalt Claus Eßers pocht darauf, dass sich die NAG stets vertragskonform verhalten habe. Man prüfe daher Schadenersatzklagen. Zudem teilte die NAG mit, sie habe jüngst Ministerpräsident Kurt Beck und Lewentz ein finanzwirtschaftliches Zukunftskonzept vorgelegt, das die baulichen und strukturellen Defizite des Nürburgrings berücksichtige. Mit Beginn des dritten Geschäftsjahres von Mai 2012 an wären erstmals monatliche Mietzahlungen an das Land geflossen. Das Angebot habe zudem eine langfristige Perspektive für die Formel 1 vorgesehen. Danach hätte Rheinland-Pfalz die alle zwei Jahre stattfindenden Rennen mit jeweils 9,8 Millionen Euro fördern müssen.

Autor: hh