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27. September 2009 19:41 Uhr
Wahlanalyse
Merkel als Garant des Erfolgs
Die Bundestagswahl ist gelaufen, was das Ergebnis bedeutet, wird wohl noch heftig diskutiert werden. Eine erste Analyse liefert die Forschungsgruppe Wahlen in Mannheim.
Danach waren die zentralen Elemente des Wahlsieges der Union ihre Leistungsbilanz, ihr Ansehen als Partei und eine Kanzlerin, die mit guter Arbeit und Reputation die Vertrauensverluste in die Sachkompetenz der C-Parteien kompensiert. Vor allem aber konnte Merkel ihren SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier in der K-Frage hinter sich lassen. Die SPD hatte ein strategisches Dilemma: Zwar wurde sie sowohl als Partei als auch aufgrund ihrer Arbeit im Kabinett besser bewertet als 2005. Dennoch verlor sie neben einer politisch in die Mitte gerückten Union nach links Wähler. Deren Wünsche konnte sie als Regierungspartei nicht bedienen. Hinzu kam die gesunkene Wahlbeteiligung, die auf ein Mobilisierungsdefizit der SPD hinweist.
Für den Erfolg der kleineren Parteien ist deren gestiegenes Ansehen verantwortlich: Auf der +5/–5-Skala wird die FDP mit 0,6 (2005: 0,0) eingestuft, die Grünen haben sich mit 0,6 (2005: minus 0,2) klar verbessert. Die Linke wird mit minus 1,5 (2005: minus 2,4) weit weniger negativ als zuletzt eingestuft. Die SPD kann sich auf 1,1 (2005: 0,8), die Union auf 1,2 (2005: 0,9) verbessern.
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Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, das wichtigste Thema für die Deutschen, vertrauen nach 41 Prozent 2005 jetzt noch 29 Prozent auf die CDU/CSU, unverändert 21 Prozent nennen die SPD. Kompetenzeinbußen gibt es für die Union außerdem bei Bildung und Steuern. Dort sehen immer mehr Bürger bei überhaupt keiner Partei Sachverstand. Die Linke erzielt ihren höchsten Zuspruch mit zehn Prozent in der Sozialpolitik beziehungsweise mit 15 Prozent in Ost-West-Fragen, die Grünen mit neun Prozent im Familienbereich und die FDP mit elf Prozent bei den Steuern. Dass diese nun gesenkt werden, bezweifeln nicht nur 90 Prozent der Deutschen, sondern auch 87 Prozent der FDP-Anhänger.
Die Stütze des Wahlsieges der CDU/CSU waren die über 60-Jährigen: Hier holte die Union 40 Prozent. Auch die SPD erzielte mit 30 Prozent bei den über 60-Jährigen ihr bestes Ergebnis. Bei den unter 30-Jährigen hatte sie mit minus 17 Prozentpunkten dramatische Einbußen, kam noch auf 17 Prozent und lag auf einem Niveau mit der FDP. Die Grünen sind bei den unter 30-Jährigen mit 15 Prozent (plus vier) stark, die Linke holt in den Altersgruppen bei den 45- bis 59-Jährigen mit 14 Prozent (plus vier) ihr bestes Ergebnis. Eindeutig stärkste Partei wird die Linke bei arbeitslosen Wählern mit 32 Prozent (plus sieben), die SPD kann diesen Status als stärkste Partei mit 35 Prozent (minus 13) nur noch bei Gewerkschaftsmitgliedern halten.
Die Zahlen basieren auf einer telefonischen Befragung der Forschungsgruppe Wahlen unter 1 657 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in der Woche vor der Wahl sowie auf einer Befragung von 21 061 Wählern am Wahltag.
Autor: dpa
