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13. November 2017

Sondierungsgespräche

Merkel erwartet ein großes Stück Arbeit

Entscheidende Sondierung läuft.

BERLIN (dpa). Zum Start in die wohl entscheidende Woche der Jamaika-Sondierungen sind die Verhandlungsführer der vier Parteien am Sonntag zu Beratungen in Berlin zusammengekommen. Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel sagte, nun beginne die dritte Etappe der Sondierungen. Sie rief zu Kompromissen auf – wie auch die Verhandler von CSU, FDP und Grünen. Merkel sagte, in der ersten Sondierungsrunde habe man Material gesammelt, in der zweiten habe man verdichtet und festgestellt, wo es Meinungsunterschiede gebe. Sie glaube, dass es nun Möglichkeiten zu Kompromissen gebe. "Es wird ein noch durchaus großes Stück Arbeit. Aber aus meiner Sicht kann bei gutem Willen auch eine Lösung erzielt werden." An den Beratungen nahmen neben Merkel CSU-Chef Horst Seehofer, FDP-Chef Christian Lindner, FDP-Vize Wolfgang Kubicki und das Grünen-Verhandlerduo Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir teil. Es soll ums Geld, die Klima- sowie die Migrationspolitik gehen.

Trittin in Richtung Merkel: "Komm mal rüber"

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte der Bild-Zeitung: Die Grünen wollten vor allem Einfluss auf die Ressorts Umwelt, Agrar und Verkehr nehmen. Parteichef Cem Özdemir sagte, er spüre bei den anderen "keinerlei Entgegenkommen". Jürgen Trittin sagte vor Parteifreunden in Richtung Merkel: "Komm mal rüber."

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Lindner sagte, nachdem sich FDP und Grüne bewegt hätten, sei es an der Union, Maximalforderungen zu räumen. Kubicki antwortete auf die Frage, ob er einen Durchbruch in der Chefrunde erwarte, er hoffe, "dass es keinen Einbruch gibt". Die Enttäuschung der Grünen könne er nicht nachvollziehen. Deren Behauptung, es stünde 0:10 gegen sie, stimme nicht. Es stehe 0:0. Seehofer sagte, er komme mit gutem Willen. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt forderte: "Runter vom Balkon und rein in den Maschinenraum!" Ziel ist es, am Donnerstag ein Sondierungspapier fertigzustellen. Damit sollen die Parteigremien überzeugt werden, dem Beginn von offiziellen Koalitionsverhandlungen zuzustimmen.

Autor: dpa