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12. August 2017

Milde Urteile nach Tragödie mit Flüchtlingen

Drei Schleuser verurteilt.

TRAUNSTEIN (AFP). Im Prozess um den Tod von 13 Flüchtlingen im Mittelmeer hat das Landgericht Traunstein drei aus Syrien stammende Schleuser zu Haftstrafen von bis zu vier Jahren verurteilt. In einem Fall wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt, wie ein Gerichtssprecher am Freitag sagte. Damit blieb das Gericht deutlich unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Diese hatte lange Haftstrafen zwischen viereinhalb und zwölfeinhalb Jahren verlangt.

Der 27 Jahre alte Hauptangeklagte schleuste nach Auffassung des Gerichts in mindestens fünf Fällen überwiegend Syrer aus dem türkischen Izmir über das Mittelmeer auf die griechische Insel Lesbos. Bei einer Schleuserfahrt soll es der Anklage zufolge im September 2015 nachts eine Kollision zwischen einem unbeleuchteten Schlauchboot und einem Frachtschiff gegeben haben, bei der mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen sein sollen. Das Gericht verurteilte den 27-Jährigen wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern zu vier Jahren Haft. Der Mann, der wie die Mitangeklagten aus Aleppo kommt, lebte zuletzt im bayerischen Burghausen, weshalb der Prozess in Bayern verhandelt wurde. Der 24-jährige Bootsführer des Unglücksbootes bekam zweieinhalb Jahre Haft wegen Einschleusens von Ausländern mit Todesfolge. Er war wie andere aus den Reihen der Flüchtlinge als Bootsführer rekrutiert worden. Der dritte Angeklagte, der von Berlin aus als sogenannter Geldverwalter fungierte, erhielt eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung.

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Autor: afp