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16. April 2010
Prügelnonne mit Rohrstock
Heimkinder demonstrieren.
BERLIN (dpa). Vor dem Brandenburger Tor haben ehemalige Heimkinder am Donnerstag von Staat und Kirche Entschuldigungen und Entschädigungsleistungen gefordert. Sie werfen den Institutionen vor, in den 1950er bis spät in die 1970er Jahre die Menschenrechte vieler Kinder in Kinderheimen verletzt zu haben: Neben Zwangsarbeit, Mangelernährung und Bildungsentzug habe es extreme körperliche und sexuelle Gewalt gegeben. Nach Schätzungen des Vereins ehemaliger Heimkinder (VEH) geht die Zahl der Missbrauchsfälle in die Hunderttausende. "Es muss eine umfassende Entschädigung in Form einer Rente gezahlt werden", sagte die VEH-Vorsitzende Monika Tschapek-Güntner. Die Täter, vor allem die Kirche, sollten zusätzlich in die Krankenkassen einzahlen, um die nötigen Traumatherapien zu finanzieren.
Für viele der etwa 250 Demonstranten ist es der erste Schritt in die Öffentlichkeit nach langem Schweigen. Sie errichteten ein Holzkreuz, an dem sie nackte Babypuppen festbanden. Eine große Pappfigur einer "Prügelnonne" mit Kreuz und Rohrstock begleitete die Demonstration.
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Autor: dpa
