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05. Januar 2012
Ruhe in Wildbad Kreuth
Die CSU ist erleichtert, in den Umfragen nicht im Keller zu sein.
KREUTH. Wenigstens gab es pünktlich zu Beginn der CSU-Klausur im oberbayerischen Wildbad Kreuth eine aus Parteisicht freundliche Umfrage. Immerhin 44 Prozent wird den Schwarzen aus Bayern prognostiziert, wäre am nächsten Sonntag Landtagswahl. Eine in Aussicht gestellte zurückgewonnene absolute Mehrheit im Freistaat animiert die CSU natürlich gerade in Kreuth, ihre Muskeln zu zeigen. Allerdings gibt es auch eine andere Umfrage, nach der CSU und SPD/Grüne/Freie Wähler etwa gleichauf liegen. "Wir sind bärenstark", rief Generalsekretär Alexander Dobrindt daher selbstbewusst durch den Kreuther Schneeregen, "gegen uns kann nicht regiert werden."
Auch für Parteichef Horst Seehofer gestaltete sich damit sein Eintreffen bei dem traditionsreichen Treffen der Berliner Landesgruppe als angenehmer Jahresauftakt. War doch befürchtet worden, die CSU könnte unter die 40-Prozent-Marke rutschen. Aber so konnte der bayerische Ministerpräsident frohlocken: "Wir sind eine starke Bastion der Koalition in Berlin. Und ich bin dankbar für das hohe Vertrauen der Bevölkerung." Dass sein Gegenkandidat für die Landtagswahl, SPD-Mann Christian Ude, mehr Sympathiepunkte bei der Bevölkerung verbucht als er selbst, sieht Seehofer gelassen. Man dürfe das nicht überbewerten, sagte er, "es nützt nichts, wenn man persönlich hoch bewertet wird, die Umfragen für die Partei aber im Keller sind".
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Die wilden Zeiten mit markigen Sprüchen und Drohungen aber, in denen auch schon mal die Aufkündigung der Fraktionsgemeinschaft in Berlin vom Blaubergkamm widerhallte, sind wohl vorbei. Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt führt den eher ruhigen Kurs ihres Vorgängers Hans-Peter Friedrich fort und kündigte eine "Politik der Stabilität" an.
CSU-Chef Horst Seehofer dringt auf ein politisches Comeback des vor knapp einem Jahr als Verteidigungsminister gescheiterten Karl-Theodor zu Guttenberg. Seehofer sagte: "Meine und unsere Position ist, dass wir zu gegebener Zeit Karl-Theodor wieder in einer aktiven Rolle in der CSU sehen möchten. Den Zeitpunkt bestimmt er selbst." Er betonte: "Wir wollen, dass er sich einreiht in unser Team, das sehr, sehr schlagkräftig ist." Gerda Hasselfeldt, die in den vergangenen Wochen eine kritischere Haltung zu Guttenberg eingenommen hatte, lud den einstigen CSU-Star nicht zu der bis Freitag dauernden Tagung ein.
Autor: Iris Hilberth und dpa
