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21. November 2009 00:09 Uhr

Zentralkomittee

Stabwechsel bei den katholischen Laien

Nach dem Eklat im Mai beugt sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken den Bischöfen. Alois Glück ist neuer Präsident. Was können die Katholiken von Glück erwarten?

  1. Alois Glück in Bonn. Foto: dpa

FREIBURG/BONN. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat gerettet, was zu retten war: Nach dem Eklat im Frühjahr, als die Deutsche Bischofskonferenz erstmals einen Kandidaten für den Vorsitz des Laiengremiums ablehnte, ist am Freitag der 69-jährige Alois Glück zum Nachfolger des bisherigen Präsidenten Hans Joachim Meyer (73) gewählt worden. Die Deutsche Bischofskonferenz erklärte sofort die notwendige Zustimmung. Das Zentralkomitee (ZdK) hält an diesem Wochenende in Bonn-Bad Godesberg seine Herbstvollversammlung ab.

Das bischöfliche Veto gegen den ursprünglichen Kandidaten Heinz-Wilhelm Brockmann im Mai dieses Jahres hatte für viel Irritation zwischen Würdenträgern und Laien gesorgt, auch wenn es letztlich Zeichen einer schon vorher bestehenden Spannung war. Mit der Sperrminorität von einem Drittel der 27 Bischöfe verhinderte die Hirten-Konferenz die Wahl des damals 61-jährigen hessischen Kultus-Staatssekretärs (CDU). Da weder über das Abstimmungsverhalten der einzelnen Bischöfe noch über ihre Motive etwas nach außen drang, blieb es bei Spekulationen: Möglicherweise, so wurde vermutet, hätten konservative Geistliche Anstoß daran genommen, dass Brockmann zu den Gründern von Donum Vitae gehört, einer Organisation, die Frauen und Paare im Schwangerschaftskonflikt berät. Aber das trifft auch auf andere ZdK-Mitglieder zu. Angesichts der Tatsache, dass manche Mitglieder des Episkopats das ZdK unverhohlen überflüssig finden, scheint eher der Verdacht begründet, Brockmann habe sie mit Sätzen wie demjenigen gegen sich aufgebracht, das Zentralkomitee müsse "stärker kampagnenfähig" werden. Schon Meyer hat in den zwölfeinhalb Jahren seines Wirkens exponierter Stellung bezogen, als manchem Kleriker lieb war. Und Brockmanns offensiver, gelegentlich selbstverliebt wirkender Stil ist auch im ZdK nicht unumstritten.

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Mit Alois Glück, der sich lange gegen eine Kandidatur gewehrt haben soll, kommen die katholischen Laien der Bischofskonferenz nun verbindlicher entgegen. Der konziliante, kompetente Glück bevorzugt leise Töne und ist dennoch in der Lage, der Organisation ein eigenständiges, scharfes Profil zu bewahren. Seine Ämter bei Donum Vitae hat er niedergelegt, will aber Mitglied bleiben. Ob er dem ZdK auch neue Impulse geben kann, ist eine andere Frage – die Entscheidung von Bad Godesberg ist nicht für einen Generationswechsel gefallen, sondern für einen verlässlichen Sachwalter in unruhiger Zeit. Sie war alternativlos. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung sah darin schon am Donnerstag ein Zeichen für die Lage des Katholizismus überhaupt: Auch die Deutsche Bischofskonferenz fand 2008 beim Vorsitzwechsel keinen jungen konsensfähigen Kandidaten; der derzeitige Papst war bei seiner Wahl ebenfalls nur unwesentlich jünger als sein Vorgänger.

Autor: Jens Schmitz