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18. November 2009

Studierende proben den Aufstand

Bundesweit Kundgebungen an Schulen und Universitäten / Tausende demonstrieren auch in Freiburg, Audimax bleibt besetzt

  1. 5000 junge Menschen zogen am Dienstag in Freiburg für gerechte Bildung durch die Innenstadt. Foto: Ingo Schneider

BERLIN (BZ/AFP/dpa). Mit einem bundesweiten Aktionstag haben am Dienstag mehrere zehntausend Studenten gegen Mängel im Bildungssystem protestiert. Bei den Streiks an Universitäten und Schulen gab es nach Veranstalterangaben Kundgebungen in mehr als 50 Städten, darunter auch Freiburg.

Aus Protest gegen das "desolate Bildungssystem" besetzten sie zahlreiche Hörsäle. Zu Zehntausenden zogen die Kommilitonen durch die Straßen und demonstrierten für bessere Lernbedingungen in Schulen und Universitäten. In Freiburg zog mit 5000 Teilnehmern einer der größten Demonstrationszüge der vergangenen Jahre vom Platz der Alten Synagoge am Rektorat vorbei in Richtung Bertoldsbrunnen. Seit Montagabend ist an der Albert-Ludwigs-Universität das Audimax besetzt, am Dienstag kam es zum Konflikt mit der Unileitung: Diese wollte den Protest einer wichtigen Prüfung wegen in einen anderen Hörsaal verlegen. Doch die Studenten beschlossen, das Audimax als zentralen Ort besetzt zu halten.

Besonderer Dorn im Auge der Protestierenden: Die Stofffülle in den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen und die Unfähigkeit so mancher Hochschule, die Studieninhalte der nun deutlich reduzierten Semesterzahl anzupassen. Hinzu kommen die in mehreren unionsgeführten Bundesländern erhobenen Studiengebühren: Pflichtanwesenheit in Seminaren und Praktika sowie die dichte Prüfungsfolge ließen einfach keine Zeit, um sich nebenher das Geld für die Gebühren und den Lebensunterhalt zu verdienen.

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Der Rektor der Universität Freiburg, Hans-Jochen Schiewer, verteidigte Bachelor-Studiengänge und Studiengebühren: Angesichts der finanziellen Unterversorgung sei es klar, dass die Universität Studiengebühren brauche. Der bundesweite Protesttag soll Auftakt für eine Aktionswoche vom 30. November an sein. Am 10. Dezember wollen Studenten beim Treffen der Kultusministerkonferenz in Bonn demonstrieren.

Unterstützung erhielten die Studierenden vom Deutschen Studentenwerk, vom Deutschen Gewerkschaftsbund und der DGB-Bildungsgewerkschaft GEW. Der Deutsche Philologenverband kritisierte hingegen, dass die Proteste hinsichtlich der Forderungen ein sehr diffuses Bild abgäben und weiter "durch linksextreme und politikunfähige Organisationen entscheidend mitgestaltet werden". Am Bildungsstreik beteiligten sich auch Schüler. Sie kritisieren unter anderem die Schulzeitverkürzung in fast allen Bundesländern. Aktuelle Infos, Fotos und Videos aus Freiburg auf www.badische-zeitung.de

Autor: dpa