Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
02. März 2010
"Versicherte sollten einen Wechsel prüfen"
BZ-INTERVIEW mit Susanne Mauersberg zu Zusatzbeiträgen.
Erhebt eine Kasse Zusatzbeiträge, können die Versicherten zu einer anderen wechseln. Darüber sprach Michael Neubauer mit Susanne Mauersberg, Referentin für Gesundheitspolitik bei der Verbraucherzentrale Bundesverband.
BZ: Wenn die Krankenkasse Zusatzbeiträge verlangt, raten Sie zum Wechsel?Mauersberg: Jeder Betroffene sollte einen Kassenwechsel prüfen. Doch der Zusatzbeitrag sollte nicht das einzige Kriterium sein. Allerdings ist es nicht akzeptabel, wie manche Kassen ihre Versicherten über die geplanten Zusatzbeiträge informieren: Viele weisen im Anschreiben nicht deutlich auf das Sonderkündigungsrecht hin. Andere erheben Beiträge rückwirkend. Das ist alles sehr verwirrend und wer nicht weiß, dass er ein Sonderkündigungsrecht hat, kann die Frist verpassen. Hier muss man sich als Versicherter wirklich fragen: Nimmt meine Kasse mich und meine Rechte ernst?
BZ: Worauf sollte man achten, bevor man die Kasse wechselt?
Mauersberg: Wer Wechselgedanken hegt, sollte sich gut über das Versorgungsangebot und den Service verschiedener Kassen informieren. Wie viele Beratungsstellen gibt es? Wird mir zum Beispiel eine Haushaltshilfe bezahlt – auch wenn ich keine Kinder habe? Werden Impfungen bei Reisen bezahlt? Es gibt nicht eine tolle Kasse für alle – jeder muss sehen, was er individuell benötigt. Internet-Datenbanken, etwa bei der Stiftung Warentest, ermöglichen für wenig Geld einen Kassenvergleich. Man kann aber auch zur Verbraucherberatung oder zur unabhängigen Patientenberatung gehen.
Werbung
Mauersberg: Die Defizite bei den Kassen sind da. Deswegen fürchte ich, dass bald weitere, wenn nicht sogar alle Kassen bei den Zusatzbeiträgen nachziehen.
Autor: mic
