Vor der Bundestagswahl: Viele Wähler sind immer noch unentschlossen

dpa

Von dpa

Sa, 23. September 2017

Deutschland

Vor der Bundestagswahl am Sonntag sehen Umfragen die Union trotz Verlusten klar vorn.

BERLIN (dpa). Mit großem Vorsprung in den Umfragen gehen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Union in die Bundestagswahl am Sonntag. Allerdings ist jeder dritte Wähler noch unentschlossen. Auch müssen CDU und CSU mit deutlichen Verlusten gegenüber dem Ergebnis von 2013 rechnen.

Rund 61,5 Millionen Deutsche sind am Sonntag zur Wahl aufgerufen. 42 Parteien beteiligen sich an der Bundestagswahl. Letzte Umfragen sahen die Union am Freitag zwischen 34 und 36 Prozent. Die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz läge demnach bei 21 bis 22 Prozent. Die AfD käme auf 11 bis 13 Prozent, die Linke auf 9,5 bis 11, die FDP auf 9 bis 9,5 und die Grünen auf 7 bis 8 Prozent. Die Demoskopen betonen, die Zahlen gäben lediglich ein Stimmungsbild wieder. Im ZDF-"Politbarometer" gaben nur 63 Prozent aller Wahlberechtigten an, sicher zu sein, dass und wen sie wählen wollen.

Angesichts des dennoch sicher erscheinenden Wahlsiegs der Kanzlerin wird besonders das Abschneiden der AfD mit Spannung erwartet. Die Partei könnte erstmals in den Bundestag einziehen, ein zweistelliges Ergebnis erzielen und drittstärkste Kraft werden. Offen ist, mit welcher Koalition Merkel eine vierte Amtszeit als Kanzlerin antreten könnte. Neben einer Fortsetzung der Großen Koalition mit der SPD könnte auch ein Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen rechnerisch möglich sein. Die letzten Umfragen sahen keine Mehrheit für eine Koalition nur aus CDU/CSU und FDP oder Union und Grünen.

Bei der Bundestagswahl 2013 hatte die Union 41,5 Prozent bekommen, die SPD 25,7 Prozent, die Linke 8,6 und die Grünen 8,4 Prozent. FDP (4,8) und AfD (4,7) scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.

Am Freitag boten die Parteien noch einmal ihr Spitzenpersonal zum Endspurt im Wahlkampf auf. Bei einem Auftritt Merkels im hessischen Heppenheim versuchten knapp 100 Störer, die Kanzlerin am Reden zu hindern. Sie hielten auch Plakate der AfD hoch und riefen "Hau ab". An der Kundgebung nahmen laut Polizei insgesamt rund 3000 Menschen teil. Bei einem seiner letzten Wahlkampfauftritte wies Schulz den Vorwurf Merkels zurück, es sei kein Geld für die Wahlversprechen der SPD da. Die Grünen-Spitzenkandidaten Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt begannen einen "Wahl-Marathon", der sie binnen 42 Stunden in alle 16 Bundesländer führen sollte. Bei einer Kundgebung in Berlin bekräftigte die Linke ihre Absicht, drittstärkste Partei zu werden. Es sei eine "üble Legende", dass es keine Wechselstimmung gebe, sagte Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht.

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