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16. April 2010
Wieder tote Deutsche in Afghanistan
Taliban greifen Bundeswehr mit Raketen an / Verteidigungsminister zu Guttenberg kehrt zurück nach Afghanistan.
BERLIN. Nicht einmal zwei Wochen nachdem am Karfreitag drei Bundeswehrsoldaten in einem Hinterhalt der Taliban fielen, sind am Donnerstag erneut vier Bundeswehrsoldaten im Einsatz getötet worden. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums geriet ihr gepanzertes Fahrzeug im Norden des Landes vermutlich unter Raketenbeschuss. Fünf Soldaten wurden verletzt, einige von ihnen schwer.
Laut Verteidigungsministerium waren die Soldaten nördlich der Stadt Baghlan zusammen mit afghanischen Soldaten auf einer Patrouille. Sie bewegten sich dem Vernehmen nach im Rahmen der Operation Taohid II, die von den afghanischen Sicherheitskräften geführt und von den internationalen Isaf-Truppen unterstützt wird. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) erreichte die Nachricht auf dem Rückflug von seinem Truppenbesuch am Hindukusch. Auf dem Luftwaffenstützpunkt im usbekischen Termes trennte er sich von seiner Delegation und flog gemeinsam mit Generalinspekteur Volker Wieker zurück nach Masar-i-Sharif. "Ich werde unmittelbar nach Afghanistan zurückkehren, um bei unseren Soldaten zu sein", sagte er.Werbung
Am Mittwoch und Donnerstagvormittag hatte der Minister die Truppe in Afghanistan besucht. Dabei kündigte er als Konsequenz aus der sich verschärfenden Sicherheitslage die Verlegung schwerer Waffen nach Afghanistan an. Die Bundeswehr soll wie bereits berichtet unter anderem zwei Panzerhaubitzen erhalten. Um die Ausrüstung der Afghanistantruppen zu verbessern, beschleunigt das Verteidigungsministerium zudem den Kauf gepanzerter Fahrzeuge vom Typ Eagle. Trotz der Eskalation der Kämpfe hatte der Verteidigungsminister am Mittwoch an seiner Einschätzung festgehalten, dass es von 2011 an zu ersten Truppenreduzierungen kommen könnte. Der Abzug werde aber schrittweise und verantwortungsvoll vollzogen, versicherte Guttenberg.
Der Bundestag hatte im Februar das Mandat für den Bundeswehr-Einsatz verlängert. Die neue Strategie legt den Schwerpunkt auf die Ausbildung der afghanischen Armee und Polizei sowie auf die zivile Hilfe. Mit dem neuen Mandat wurde auch die Truppenstärke der Bundeswehr in Afghanistan um 850 Soldaten auf 5350 erhöht. Seit Beginn der Isaf-Mission 2002 sind in Afghanistan 43 deutsche Soldaten getötet worden, 26 von ihnen bei Anschlägen oder Gefechten.
Kanzlerin Angela Merkel sprach den Angehörigen ihr Beileid aus und sagte: "Die Soldaten sind in einem schwierigen Einsatz gefallen." Es gebe aber keine Alternative zu der Mission. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Parteichef Sigmar Gabriel verurteilte den Anschlag. Renate Künast und Jürgen Trittin (Grüne) sprachen von einem feigen und abscheulichen Anschlag der Taliban. Die FDP-Bundestagsfraktion zeigte sich tief betroffen.
Autor: Bärbel Krauss
