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25. Juni 2012

Ohne Filter in Lahr

Am Ende siegt Queen über Abba

Die Bigband Ohne Filter nahm es am Freitag mit Jogis Jungs auf und erreicht ein Unentschieden.

LAHR. Dass Sport und Musik perfekt harmonieren können, das haben die rund 20 Mitglieder der Bigband "Ohne Filter!" am Freitagabend gezeigt: zu den Treffern auf der Fußballbühne in Danzig haben sie auf der Bühne des Blue Notes jede Menge musikalische Treffer gelandet und damit ihr Publikum in Partystimmung versetzt.

Gut, dass Jogis Jungs das so schön hingekriegt haben mit dem Einzug ins Halbfinale. So konnte Bigband-Sänger Ralf Barleon nach dem Spiel lauthals die Parole "We Are The Champions" ausgeben. Spekulation muss bleiben, ob man bei einem Sieg der griechischen Mannschaft dann den Abba-Titel "The Winner Takes It All" zu hören bekommen hätte.

Im Rückblick auf das Konzert scheint es, als habe "Ohne Filter!"-Cheftrainer Peter Riese das Repertoire für diesen Abend weitgehend entlang der sportlichen Dramaturgie aufgebaut.

Vor dem Spiel: Weil man ja nie im Voraus weiß, wie ein Match ausgeht, wurde vor dem Anpfiff die holde Weiblichkeit als diplomatische Vorhut losgeschickt, um für den Fall der Fälle Vorrats-Trost zu spenden: Sängerin Ina Belle, kraftstrotzende Röhrenstimme, die es in Punkto Power mit der ganzen Bigband aufnehmen kann, interpretierte Whitney Houstons Bodyguard-Rührstück mit eingebauter Schluchzgarantie "I Will Always Love You" bis in die höchste Schluss-Oktave hinein absolut gänsehautträchtig. Taktisch clever machte sich die Band im weiteren Verlauf dieser Vorfreuden-Phase zum musikalischen Cheerleader für die eh schon gut gelaunten Blue Notes-Gäste: mit der Paul Anka-Version des Van Halen Klassikers "Jump" brachte sie schon mal erste Beine zum Hüpfen.

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Halbzeit: Als hätten sie geahnt, dass einem 1:0 schnell mal ein Unentschieden folgt, stand an erster Stelle des fetzig-funkigen Pausen-Medleys wieder die geballte Power der Vokal-Solistin Ina Belle: K0raftvoll schmetterte sie die heimliche Hymne aller ungebeugten Gebeutelten und Verlierer: "I Will Survive".

Nach dem Spiel: So richtig den Bären von der Leine gelassen haben die Spielerinnen und Spieler der Bigband "Ohne Filter!" dann als Vuvuzela-Tröten und Hupkonzerte nur noch als dezente Hintergrundgeräusche von draußen hereindrangen. Als angenehme Überraschung ist hier zu werten, dass Bandleader Riese ein feines Händchen dafür hatte, das Repertoire auf die veränderten Prioritäten abzustimmen. Denn bei aller Perfektion an den Instrumenten: Wenn Fußball und Musik in einem Raum zusammenkommen, bringt das Publikum zwangsläufig andere Erwartungen an den Stil mit, kann mit ausgefeilten Jazz-Standards vielleicht weniger anfangen. Und so zeigten viele Besucher auch mit spontanem Tanzen und Klatschen, dass die Band mit Titeln wie Lenas "Satellite", einer Runde karibisch-lässigem Reggae, einem South-American Samba-Trip oder dem von Barleon prickelnd-sexy geröhrten "You Can Leave Your Hat On" voll ihren Geschmack getroffen hat.

Autor: Ulrike Le Bras


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