Eric Clapton

BLUES: Erstaunlich selbstverständlich

Alfred Rogoll

Von Alfred Rogoll

Fr, 14. Dezember 2018

Rock & Pop

Er habe sich schon länger Gedanken gemacht, wie man Weihnachtslieder "mit einem dezenten Blues-Einschlag spielen könnte", bemerkt Eric Clapton zu seinem Album "Happy Xmas". Das Resultat dieser Kombination, die im Wesentlichen aus langsamen elektrischen Bluesbögen zwischen Claptons wohlbekannten Timbre besteht, wirkt schon beim Opener "White Christmas" erstaunlich selbstverständlich. Auch, weil dieser Irving-Berlin-Klassiker prägnant, kompakt und ohne Überlängen präsentiert wird. Langwieriger, aber nicht langweilig, sondern persönlicher und trauriger ist Eric Claptons einzige Eigenkomposition "For Love On Christmas Day", die vom folgenden William Bell/Booker T. Jones-Track "Everyday Will Be A Holiday" schwungvoller ergänzt wird. Und der einstige "Gitarrengott", der heute gern mit Doyle Bramhall II als Mitgitarrist agiert, outet sich mit seiner zentral platzierten Version von "Jingle Bells" gar als Freund neuerer Produktionstechnik. Kombiniert mit Handgemachten, versteht sich. Das gilt auch fürs Cover, dass Clapton mit Weihnachtsmann, Schlitten und Rentieren selbst verzierte.

Eric Clapton: Happy Xmas (Polydor).