Vijay Iyer

CD: JAZZ: Der Versuch der Veränderung

Reiner Kobe

Von Reiner Kobe

Fr, 04. April 2014

Rock & Pop

Es ist das ungewöhnlichste Album, das Vijay Iyer je vorgelegt hat. Einer der wichtigsten Pianisten des aktuellen Jazz, Sohn indischer Einwanderer in den USA, hat sich für sein ECM-Debüt vorerst vom Trio-Format verabschiedet, um sich westlicher Kunstmusik zuzuwenden. Er begleitet quasi ein Streichquartett, das seine Kompositionen für Kammer Ensemble umsetzt. "Mutations I- X" ist eine zehnteilige Suite aus Elementen und Fragmenten. Mit festem, dramatischem Anschlag setzt der Pianist die sparsam eingesetzten zwei Geigen, Viola und Cello in Bewegung. In ständiger Interaktion mit akustischen und elektronischen Strukturen verknüpfen sich die Episoden in fließendem Prozess zu neuen Systemen. Repetitive Figuren ergeben Räume, die sich das Klavier erschließt. Es ergibt sich eine Mischung aus Introvertiertheit und Temperament, aus Akustik und Elektronik, aus Notation und Improvisation: entschleunigte, allmähliche Veränderungen, wie sie Vijy Iyer liebt. Als exzellenter Pianist, der er zweifellos ist, bleibt er freilich hinter den Erwartungen zurück.

Vijay Iyer: Mutations (ECM)