Aris Quartett

CD: KLASSIK: Musikalität und Tiefenschärfe

Georg Rudiger

Von Georg Rudiger

Fr, 29. Dezember 2017

Klassik

Hubert Buchberger, Kammermusikprofessor an der Frankfurter Musikhochschule, hatte ein gutes Händchen, als er vier Studenten zu einem Streichquartett formierte. Auf seiner dritten CD zeigt das Aris Quartett auch bei Beethoven Musikalität und Tiefenschärfe. Dabei hemmt die Deutlichkeit des Spiels nicht die Freiheit der Akteure. Im letzten Rasumowsky-Quartett op. 59/3 kosten sie die dramatischen Höhepunkte aus. Die Pizzicati im Cello können auch mal schneller werden, um das Menuett drängender zu gestalten. Die aberwitzig schnelle Fuge im Finale bringt das homogene Ensemble zum Swingen, ehe die durch die Stimmen jagenden Läufe wie Fieberwellen anrollen. Aber auch mit dem zwischen Innerlichkeit und extrovertiertem Ausbruch gespannten Quartett in cis-Moll op. 131 kann das Aris Quartett viel anfangen. Farbwechsel zwischen gleißend und düster, Ausdrucksnuancen von ruppig bis fragil – die Musiker messen den gesamten Kosmos Beethovens aus. Und lassen das kleinteilige Werk nicht zerfasern, sondern knüpfen die vielen Enden zusammen.

Aris Quartett: Streichquartett Beethoven, op. 59/3, op. 131 (Genuin).